09. Dezember 2007 20:28

Studie 

Mitarbeiter dürfen in Schweden am meisten mitreden

Mitarbeiter in Frankreich werden in Führungsentscheidungen viel weniger eingebunden als jene in Österreich.

Mitarbeiter dürfen in Schweden am meisten mitreden
© AP Photo/Martin Meissner

Mitarbeiter dürfen in Schweden am meisten mitreden. Das geht aus einem Bericht in der jüngsten Ausgabe der von der Linzer Kepler Universität herausgegeben Zeitschrift "Univationen" hervor. Polnische Unternehmen sind dagegen ziemlich "diktatorisch" organisiert.

Führungskräfe-Interviews als Studien-Grundlage
Erna Szabo vom Institut für Internationales Management führte mit den Führungskräften aus verschiedenen Organisationen 35 Interviews durch. Untersucht wurden Unternehmen in Deutschland, Schweden, Finnland, Tschechien und Polen. Befragt wurden sowohl Männer als auch Frauen, die verschieden alt und für unterschiedliche Funktionsbereiche zuständig sind.

In Schweden herrscht Gleichheit und Fairness
Die stärkste Mitarbeiterbeteiligung bemerkt Szabo in Schweden, was ihrer Meinung nach damit zusammenhänge, dass in der schwedischen Kultur Gleichheit und Fairness zu den Grundwerten gehöre. "Hier wird Hilfe und Rat auch nicht nur im Unternehmen gesucht, sondern auch außerhalb", so Szabo. In Finnland und Deutschland werde die Mitarbeiterbeteiligung viel instrumenteller eingesetzt: Als Mittel zum Zweck, weil damit neben einem stärkeren Gefühl der Verpflichtung bessere Ergebnisse erzielt würden. In den Interviews habe sich gezeigt, "dass die Finnen sehr autonom arbeiten", so Szabo. "Sie setzen die Partizipation dann ein, wenn sie Sinn macht und delegieren sie nach unten."

In Polen herrschen strenge Hierarchien
Als ziemlich hierarchisch beurteilt Szabo das Führungsverhalten in Polen. Hier gehe es hauptsächlich darum, Informationen "von unten" einzuholen. Dabei würden die Mitarbeiter zwar um ihr Expertenwissen gefragt, nicht aber um ihre Meinung. Die Interviews mit tschechischen Führungskräften habe gezeigt: "Viele von ihnen sind bereits mit westlichen Managementkonzepten vertraut und halten die Mitarbeiterbeteiligung sehr hoch", erklärte Szabo. Ihr Verhalten sei allerdings sehr diktatorisch geprägt, weshalb Theorie und Praxis ziemlich auseinanderklaffen würden.

Franzosen werden kaum gefragt
Demnächst sollen auch die Daten von Österreich, Irland und Frankreich ausgewertet sein. Fest stehe schon jetzt: Die französischen Arbeitnehmer werden in Führungsentscheidungen viel weniger eingebunden als ihre österreichischen Kollegen.




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