29. Oktober 2007 11:16

Impfstoff in Sicht 

Moskitos sollen Malaria bekämpfen

Normalerweise sind Stechmücken die Überträger der Tropenkrankheit. Nun werden sie von US-Wissenschafter eingesetzt, um einen Impfstoff zu finden.

Moskitos sollen Malaria bekämpfen
© APA

Auf der Suche nach einem wirksamen Impfstoff gegen Malaria setzt ein US-Wissenschafter eine Armee von Stechmücken ein. Wie Stephen Hoffman von der Firma Sanaria Inc. am Freitag bei der Eröffnung einer neuen Betriebsstätte in Rockville bei Washington mitteilte, plant er zusammen mit einem internationalen Forscherteam die Herstellung von jährlich 75 bis 100 Millionen Dosen eines Impfstoffes gegen die gefährliche Tropenkrankheit.

Klinische Tests folgen
Er hoffe, dass der Impfstoff Ende des kommenden Jahres klinisch getestet werden könne. Sein Projekt habe Auftrieb bekommen, nachdem die mit ihm zusammenarbeitende internationale PATH-Malaria-Impfstoff-Initiative (MVI) eine Spende von 29,3 Millionen Dollar (20,3 Millione Euro) erhalten habe.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF sterben jährlich eine Million Menschen an Malaria, darunter 800.000 Kinder unter fünf Jahren in Afrika südlich der Sahara. Die Krankheit wird von Parasiten ausgelöst, die von Stechmücken übertragen werden. In Hoffmans Labor füttern die Forscher die Anopheles-Mücken mit Blut, das mit Parasiten verunreinigt ist. Zwei Wochen später verbreiten sich die Parasiten im Darm der Moskitos und wandern von dort in die Speicheldrüsen der Moskitos. Die Mücken werden sodann in einem anderen Raum kurz bestrahlt, um die Wirkung der Parasiten zu schwächen.

Parasiten lösen Immunreaktion aus
Die für den Impfstoff verwendeten Parasiten lösen laut Hoffmann eine Immunreaktion im Organismus des Menschen aus, die einen mehr als 90-prozentigen Schutz für die Dauer von mindestens zehn Monaten gewährleistet. Das Ergebnis stützt sich seinen Angaben zufolge auf Tests mit 16 Erwachsenen. Für die Verbesserung des Verfahrens, bei dem die Stechmücken selbst zu Produzenten für den Impfstoff werden, bleibt dem 58-jährigen Forscher zufolge noch viel zu tun. Aber aufgrund seiner geringen Kosten sei das Verfahren gerade für Entwicklungsländer gut geeignet.




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