20. Dezember 2007 15:04

Umweltstudie 

Müllberge wachsen bis 2015 um die Hälfte

Der Müll rund um die Weihnachtsfeiertage wächst um 10 Prozent. Bis 2015 sollen die Müllberge weltweit sogar auf das Doppelte anwachsen.

Müllberge wachsen bis 2015 um die Hälfte
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Geschenkverpackungen, Christbäume, Werbeprospekt-Schwemmen und selbst unverbrauchte Lebensmittel - Weihnachten wird immer mehr nicht nur zum Fest der Liebe, sondern auch des Abfalls. Alleine in Wien sind an den Tagen um Weihnachten und Silvester 2006 bereits 7.300 Tonnen Müll angefallen, zehn Prozent mehr als sonst. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien hat vor einiger Zeit errechnet, dass die Österreicher allein für Verpackung zu Weihnachten zwischen 20 und 25 Mio. Euro ausgeben.

Müllberg vergrößert sich um die Hälfte
Ein auf Müllverarbeitung spezialisiertes Unternehmen aus Salzburg, die Firma Untha, hat jetzt die weltweite Entwicklung des Müllmarktes analysiert und kommt auf dramatische Zahlen. Demnach wird der Müllberg weltweit von 2,5 Mrd. Tonnen 2005 bis 2010 bereits auf über 3 Mrd. Tonnen und bis 2015 auf 3,67 Mrd. Tonnen ansteigen. Das bedeutet, dass sich der weltweite Müllberg in den nächsten Jahren um die Hälfte vergrößern wird.

Höheres BIP - mehr Müll
"Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten", sagte Untha-Chef Christian Ramsauer, früher Unternehmensberater bei McKinsey, am Mittwoch bei der Veröffentlichung der Studiendaten. Die Bevölkerungszahl legt in dieser Zeit von 6,4 auf 7,2 Milliarden zu. Gleichzeitig wächst die Weltwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf wird sich von 2005 bis 2015 nach den derzeitigen Prognosen weltweit gerechnet um 44 Prozent erhöhen. "Da fällt natürlich mehr Müll an", betonte Ramsauer.

Wiederverwertung soll steigen
"Man kann in Zukunft nur schauen, dass in Zukunft mehr Abfall wiederverwertet und nicht in der Landschaft verstreut", sagt Ramsauer. Ansonsten würden die Müllmengen auch ein immer größeres Klimaproblem, weil auf den Deponien Gase und da auch klimaschädigendes CO2 entstehen. Umgekehrt kann die Verbrennung von Müll zur Energiegewinnung Öl, Gas und Kohle sparen und damit den CO2-Ausstoß reduzieren, und auch die Wiederverwertung von Müll benötige in der Regel weit weniger Energie als die Gewinnung neuer Rohstoffe.

Müllverwertung in Europa führend
Die USA hinken da noch stark hinter Europa nach. Der Experte geht davon aus, dass der Prozentsatz jenes Mülls, der verarbeitet wird, in Europa in zehn Jahren von 55 auf 75 Prozent ansteigen wird. In Nordamerika liegt der Wiederverwertungsgrad dagegen heute erst bei knapp 30 Prozent und wird sich bis 2015 auf 57 Prozent erhöhen. In Südamerika soll, wenn es nach den Prognosen geht, 2015 etwa ein Drittel des Mülls verarbeitet werden, in Asien werden es demnach 28 Prozent sein.




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