21. August 2007 15:46

Untersuchung 

Muren werden nicht häufiger, aber schlimmer

In Jahren mit ausgesprochen heißen und feuchten Sommern gibt es die meisten Muren.

Muren werden nicht häufiger, aber schlimmer
© APA

In Zukunft dürften Murgänge in den Alpen nicht unbedingt häufiger auftreten, aber schlimmer ausfallen. Diesen Schluss ziehen Forscher der Universität Freiburg nach der Analyse von Bäumen in einem Walliser Wildbachschuttkegel. Die Experten des Labors für Dendrogeomorphologie untersuchten die Jahrringe von 1.100 Bäumen im Schuttkegel des Ritigrabens, wie die Universität Freiburg am Dienstag mitteilte. So konnten sie eine Murganggeschichte erstellen, die bis ins Jahr 1570 zurückgeht. 123 Muren müssen seither dort abgegangen sein.

Murenaktivität ist rückläufig
Die Forscher um Markus Stoffel stellten fest, dass die Murgangaktivität in den vergangenen Jahren eher rückläufig war. Am meisten Vorfälle traten zwischen 1916 und 1935 auf - Jahre mit ausgesprochen heißen und feuchten Sommern. Stoffel zweifelt angesichts dieser Resultate daran, dass die Klimaerwärmung in der Umgebung von Gletschern mehr Murgänge hervorrufen wird. Er rechnet aber damit, dass künftig mit teilweise sehr großen Schlamm- und Gerölllawinen gerechnet werden muss, weil sich die Murrinnen kontinuierlich auffüllen.

Die Freiburger Forscher gehen von diesem Szenario aus, weil sie annehmen, dass Sommergewitter weniger zahlreich auftreten werden, in einem wärmeren Klima aber heftiger ausfallen dürften. Den Schuttkegel untersuchten die Freiburger Forscher im Auftrag des Bundesamts für Umwelt und des Kantons Wallis.




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