12. Oktober 2008 14:00

175 Tage im All 

Neue Besatzung unterwegs zur Weltraumstation ISS

Die neue Langzeitbesatzung wird 175 Tage im All bleiben und wissenschaftliche Experimente durchführen.

Neue Besatzung unterwegs zur Weltraumstation ISS
© AP

Eine neue Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS ist am Sonntag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ohne Probleme ins All gestartet. Das Sojus-Raumschiff verließ mit dem russischen Kosmonauten Juri Lontschakow und dem US-Astronauten Michael Fincke planmäßig um 9.01 Uhr MESZ die Startrampe, wie die Agentur Itar-Tass meldete. Mit an Bord ist der US- Geschäftsmann Richard Garriott, der als Weltraumtourist umgerechnet 22 Millionen Euro für einen gut einwöchigen Aufenthalt auf der ISS bezahlt hat.

Nach dem Andocken am Dienstag an die ISS begegnen sich erstmals in der Geschichte der Raumfahrt zwei Astronauten-Dynastien im All. US-Weltraumtourist Garriott ist ebenso Sohn eines Raumfahrers wie der russische Kosmonaut Sergej Wolkow, der zur 17. Langzeitmission gehört und von der neuen Crew abgelöst wird. Garriott und Wolkow kehren gemeinsam mit dem Russen Oleg Kononenko am 24. Oktober zur Erde zurück. Der Weltraum-Laie Garriott hatte als Computerspiele-Erfinder die nötigen Millionen zur Verwirklichung seines Lebenstraums verdient.

Die beiden letzten Langzeitbesatzungen waren wegen technischer Probleme mit den Sojus-Kapseln bei ihrer Rückkehr zur Erde äußerst hart in der kasachischen Steppe gelandet. Dieses Mal werde aber bei der Rückkehr alles glattgehen, versicherte die russische Raumfahrtbehörde. Alle technischen Probleme seien behoben worden.

Die neue Langzeitbesatzung bleibt 175 Tage im All, um wissenschaftliche Experimente durchzuführen und am Ausbau der Station weiterzuarbeiten. Die Mission soll planmäßig die letzte sein, die als Trio ein halbes Jahr im All arbeitet. Im kommenden Frühjahr sollen sechs Raumfahrer auf der ISS ihren Dienst in der Schwerelosigkeit verrichten. Es könnte sein, dass dann auch die Ära der Weltraumtouristen auf der ISS zu Ende geht, weil alle Plätze in den Sojus-Raumschiffen mit Raumfahrt-Profis belegt sein werden.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |