09. Februar 2009 12:44

Ungemütlich 

Neue Super-Erde entdeckt

"Corot-Exo-7b" ist ein erdähnlicher Planet. Allerdings ist er äußerat ungemütlich zum bewohnen hat es doch teilweise bis zu 1.800 Grad.

Neue Super-Erde entdeckt
© APA

Österreichische Forscher haben "Corot-Exo-7b" entdeckt, einen erdähnlichen Planeten. Wer hofft, bald dorthin auswandern zu können, wird aber bitter enttäuscht. Zum einen ist der Planet 462 Lichtjahre entfernt, zum anderen gibt es dort äußerst ungemütliche Umstände.

"Morgen erwarten wir regional wieder über 1.800 Grad, strichweise ist mit Silikatregen zu rechnen." So ähnlich würde ein Wetterbericht auf dem neu entdeckten Planeten "Corot-Exo-7b" lauten, falls es dort einen derartigen Dienst gibt. Der Planet hat eine extrem kurze Umlaufzeit, was die Erde in 365 Tagen bewältigt, schafft "Corot-Exo-7b" in 21 Stunden.

Steinplanet
Erdähnlich sei der Himmelskörper insofern zu nennen, als es sich vermutlich um einen Steinplaneten handelt, erklärte dazu der beteiligte Wissenschafter Rudolf Dvorak vom Institut für Astronomie der Universität Wien. Bei der Mehrzahl der bisher über 300 nachgewiesenen Sternbegleiter außerhalb unseres Sonnensystems handelt es sich um sogenannte Gasriesen, vergleichbar etwa mit unserem Jupiter.

Nach den jüngsten Ergebnissen der noch nicht ganz abgeschlossenen Berechnungen hat "Corot-Exo-7b" etwa eindreiviertel Erd-Durchmesser, aber rund die sechsfache Masse unseres Planeten. Der ferne Planet umkreist seinen Stern in einem vergleichsweise kleinen Abstand von 2,5 Millionen Kilometern, bei der Erde ist dieser Abstand 50 Mal größer.

Nur stellenweise angenehme Temperaturen
Eine Kuriosität ist auch, dass der Planet seiner Sonne immer die gleiche Seite zuwendet. Auf der Seite, die der Sonne zugewandt ist, hat es 1.8000 Grad. Es könnte sogar sein, dass es auf dem Planeten regnet, allerdings keine Wasser, sondern Silikat. Für Lebewesen erträgliche Temperaturen könnte es lediglich in den Übergangszonen zwischen Dauer-Tag- und Nachtseite geben.

Seit 2006 im All
Die europäische Sonde "Corot" wurde Ende 2006 ins All geschossen. Neben der Uni Wien sind auch die Technische Universität (TU) Wien, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Aerospace Austria beteiligt.




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