07. März 2008 15:33

Für Patienten ab 55 

Neues Melatonin-Medikament gegen Schlaflosigkeit

Speziell Betroffenen ab 55 Jahren soll ein neues Melatonin-Präperat helfen, wieder ruhig einschlafen zu können.

Neues Melatonin-Medikament gegen Schlaflosigkeit
© DPA

Jeder vierte Österreicher schläft nicht gut: Laut einer aktuellen, österreichweiten Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ASRA; durchgeführt von Karmasin-Gallup) leiden 25 Prozent der Österreicher an Schlafstörungen. Bei bestimmten Formen dieser Probleme kann auch Melatonin helfen. Hier gibt es ein neues Medikament, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Das Problem: 72 Prozent der von Insomnie betroffenen Befragten litt seit mehr als sechs Monaten an Schlafstörungen wie Ein- und Durchschlafstörungen in Zusammenhang mit psychischen Faktoren, Schnarchen, Atemaussetzern und unruhigen Beinen. Umso erstaunlicher ist, dass nur ein Viertel aller Betroffenen überhaupt Hilfe sucht. Nur sieben Prozent aller Patienten mit Schlafstörungen gaben an, in den vorangegangenen vier Wochen Schlafmittel genommen zu haben. 70 Prozent der Schlafstörungen sind emotioneller (nicht-organischer), 30 Prozent organischer Natur.

3 Pfeiler
Generell stützt sich die Therapie von Schlafstörungen auf drei Pfeiler:

- Psychologische Verfahren (wie informative, aufklärende Gespräche über Schlaf und Schlafstörungen, "operante" Stimuluskontrolle, Entspannungstraining, Autogenes Training, Atemkonzentrationsübungen, Gedankenstopptraining, paradoxe Intention, systematische Desensibilisierung, Biofeedback-Training).

- Somatische Verfahren (wie körperliche Ertüchtigung, Hydrotherapie, Schlafentzug, Lichttherapie, Elektrokonvulsionstherapie bei Insomnien sowie operative, pneumologische und kieferorthopädische Interventionen bei schlafbezogenen Atmungsstörungen).

- Medikamentöse Verfahren (Melatonin, Tranquilizer, Hypnotika, Neuroleptika, Antidepressiva, Psychostimulanzien, Phytopharmaka, Thymoprophylaktika).

"Circadin" für Patienten ab 55
Melatonin kommt bisher aufgrund seines Wirkungsprofils vor allem bei Patienten mit nicht-organischen Insomnien, bei älteren Patienten, bei denen der Melatonin-Spiegel zu niedrig ist, und auch bei Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen zur Anwendung. Seit kurzem ist in Österreich auch ein retardiertes Melatonin-Präparat zugelassen.

"Circadin" ist als Monotherapie für die kurzzeitige Behandlung der primären, durch schlechte Schlafqualität gekennzeichneten Insomnie bei Patienten ab 55 Jahren, vorgesehen. Das Medikament wirkt, indem es die Wiederherstellung der normalen Funktion von Melatonin als Schlafregulator und als Synchronisator des zirkadianen Rhythmus unterstützt. Das Medikament - so hieß es bei der Pressekonferenz - zeige sowohl einen positiven Effekt auf die Ein- als auch auf die Durchschlafqualität. Ein Abhängigkeitsrisiko besteht bei der Verwendung von Melatonin nicht.




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