22. Jänner 2008 14:36

Rettungshubschrauber 

ÖAMTC-Chopper liefern Daten für Unfallforschung

Bei Einsätzen können wertvolle Erkenntnisse über Verhalten der Verkehrsteilnehmer gewonnen werden.

ÖAMTC-Chopper liefern Daten für Unfallforschung
© APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER

Rettungshubschrauber sollen in Zukunft wichtige Daten für die Unfallforschung liefern. Das kündigte der ÖAMTC in einer Pressekonferenz mit dem deutschen Autofahrerclub ADAC am Dienstag in Suben in Oberösterreich an. Bei den Einsätzen könnten wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Verkehrsteilnehmer sowie für die Weiterentwicklung im Automobil- und Straßenbau gewonnen werden. Die Untersuchung soll auf europäischer Ebene gemeinsam mit Partnerinstitutionen wie dem ADAC im In- und Ausland durchgeführt werden.

Genaue Analyse
Von Foto-Aufnahmen vom Boden und aus der Luft sowie der Analyse der Unfallprotokolle würden sich Forscher maßgebliche Erkenntnisse zu Unfallursachen bzw. -folgen versprechen, erklärte der ÖAMTC-Cheftechniker, Max Lang. Techniker könnten in Zukunft aufzeigen, wo beim Fahrzeug, bei der Straße sowie beim Verhalten der Verkehrsteilnehmer noch Verbesserungspotenzial besteht, so Lang weiter. Daraus würden sich in weiterer Folge mögliche Lösungsansätze ableiten lassen.

Daten von sechs Stützpunkte ausgewertet
Zukünftig sollen die Daten von insgesamt sechs Stützpunkten ausgewertet werden. Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeiten laut ÖAMTC die Rettungshubschrauber in Wien und Wiener Neustadt an dieser Studie mit. Noch in diesem Jahr sollen zusätzliche Stützpunkte in Suben, Krems, Oberwart und Graz folgen. "Damit decken wir mehr als 50 Prozent all jener Verkehrsunfälle ab, zu denen die Notarzthubschrauber des ÖAMTC gerufen werden", erläuterte Lang.

2.163 Mal kamen Rettungshubschrauber im vergangenen Jahr zum Einsatz. Bereits mehr als ein Viertel aller Einsätze im Jahr 2007 war laut ÖAMTC wegen interner Erkrankungen notwendig. Weitere Gründe für Rettungsflüge sind Arbeits-, Freizeit- und Haushaltsunfälle. Der vermeintlich "klassische" Einsatz bei Verkehrsunfällen wird hingegen immer seltener.

Datenbank
Auch das Land Oberösterreich führte eine Unfallforschung durch. In einer Datenbank stehen Analysen für alle tödlichen Unfälle. Demnach ist die häufigste Unfallursache (35,3 Prozent) nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit. An zweiter Stelle befinden sich mit je 13,2 Prozent Vorrangverletzungen und unaufmerksames Fahren.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich hat kürzlich Unterstützung für die mit finanziellen Problemen kämpfende Flugrettung gefordert. Sie verlangte vom Bund, Land und Sozialversicherungsträgern gemeinsam mit dem für die Einsatzsteuerung verantwortlichen Roten Kreuz und dem ÖAMTC die Finanzierung der Flugrettung zukunftsorientiert zu gestalten.




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