18. November 2008 09:03

Internat. Vergleich 

Österreichs Unis sind zu elitär

Einer internationalen Studie zufolge produzieren die Unis zu wenig Absolventen. Der Grund: die Hochschulen haben zu wenig Geld.

Österreichs Unis sind zu elitär
© APA

Die österreichischen Universitäten landen bei einem internationalen Vergleich nur auf dem vorletzten Platz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines Brüsseler Forschungsinstituts. Die Hauptkritik der Experten: Die Unis sind zu elitär und bilden zu wenige Menschen aus.

Am zweitschlechtesten
Österreich landet auf dem vorletzten Platz, noch schlechter schneidet nur Spanien ab. Auf dem drittletzten Platz liegt Deutschland. Die besten Ergebnisse erreichen dagegen Australien, Großbritannien und Dänemark.

Zu wenig Absolventen
Die Studienautoren haben bei ihrem Ranking vor allem auf zwei Anforderungen Wert gelegt: die Hochschulen sollen möglichst viele Menschen ausbilden, und sie sollen ihnen eine relevante Ausbildung für den Arbeitsmarkt mitgeben. Doch gerade bei der Zahl der Absolventen schneidet Österreich immer noch sehr schlecht ab - trotz zum Teil überfüllter Hörsäle. Den Kritikern zufolge ist das System zu elitär. Nicht nur produziert es zu wenige Abgänger, sie sind mit dem Magister-Titel auch oft überqualifiziert.

Nur 20 % mit Hochschulreife
Österreich kommt in der Studie auf 20 Prozent Menschen mit einem akademischen Grad oder einer vergleichbaren Ausbildung. Andere Länder wie Polen, Dänemark und Finnland kommen auf weit über 40 Prozent. Die Einführung der Studiengebühren hat keinen Einfluss auf die Zahlen.

Unis brauchen mehr Geld
Relevant ist viel mehr, wie viel Geld insgesamt für die Universitäten zur Verfügung steht. In Skandinavien investiert der Staat sehr viel, mit ausgezeichneten Resultaten - und in den USA kommt viel aus dem privaten Bereich. Letztendlich kommt es darauf an, dass überhaupt genug Geld für die Universitäten vorhanden ist.

Österreich schneidet unter anderem deswegen schlecht ab, weil Kurz-Studium und Fachhochschulen erst relativ spät eingeführt wurden, hier hätten andere Länder bereits einen großen Vorsprung.

Bei Jobaussichten auf Platz 5
Besser schneidet Österreich dagegen bei der Effizienz ab. Bei der Frage, ob Uni-Absolventen einen gut bezahlten Job finden, also am Arbeitsmarkt gefragt sind, schafft Österreich immerhin Platz fünf.

Die Studie vergleicht die Universitäten in 17 OECD-Ländern - die meisten davon EU-Länder, aber auch Australien, Kanada und die USA sind erfasst. Neben Universitäten sind auch Fachhochschulen untersucht worden.




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