01. Dezember 2008 17:16

Karges Essen 

Ötzi versuchte mit Wasser und Moos zu überleben

Wissenschaftler an Ötzis Eingeweiden: Bevor der Mann aus dem Eis vor mehr als 5.000 Jahren umkam, nahm er Moos und Wasser zu sich.

Ötzi versuchte mit Wasser und Moos zu überleben

Noch immer beschäftigt sich die Wissenschaft mit dem Urtiroler Ötzi: So untersuchte ein Forscherteam den Verdauungstrakt des mumifizierten Gletschermanns. Zum Vorschein kamen Reste von sechs verschiedenen Moosarten, wie der Schotte Professor James Dickson gegenüber der Fachwelt behauptet.

Moos als Butterpapier und Verbandsmaterial
Dickson und seine Kollegen gehen davon aus, dass eine Moosart vermutlich verwendet wurde, um Nahrung einzuwickeln, eine zweite nahm Ötzi wohl kurz vor seinem Tod mit Wasser zu sich. Allerdings diente ihm das Moos vermutlich nicht nur zum Essen: Eine weitere Art könnte als Verbandsmaterial gedient haben. Außerdem spricht vieles dafür, dass sich Ötzi auf Reisen befand: Ein Gewächs aus dem Bauch der Mumie ist in der Fundregion im heutigen Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich nicht bekannt.

Verdauungstrakt voller Überraschungen
Ötzi ist die erste Gletschermumie, in der Moos im Verdauungstrakt nachzuweisen war. Eine Überraschung für die Forscher, weil Moose weder genießbar sind noch einen Nährwert haben. Es gibt zudem nur wenige Hinweise darauf, dass die Moose für innere medizinische Behandlungen verwendet worden sind.

Ötzi bleibt archäologisches Wunder
Ötzi stieg vor mehr als 5.000 Jahren in die Bergregion und kam dort um. 1991 wurde er zufällig gefunden. Die Entdeckung war eine archäologische Sensation, weil sein Körper sowie Ausrüstung und Kleidung gut erhalten waren.




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