15. Oktober 2007 18:10

EU-Studie 

Passivraucher mit CO-Belastung wie Autoabgase

Personen, die länger als 30 Minuten Tabakqualm ausgesetzt sind, atmen durchschnittlich um ein Drittel mehr CO (5,2 ppm) aus, als die Umweltbelasung durch Straßenverkehr.

Passivraucher mit CO-Belastung wie Autoabgase
© buenas dias

Erschreckendes Ergebnis nach Messungen im Rahmen einer EU-weiten Studie, bei der Menschen aller Altersgruppen und mit unterschiedlichen Rauchgewohnheiten den CO-Gehalt ihres Atems messen lassen konnten: Personen, die länger als 30 Minuten Tabakqualm ausgesetzt sind, atmen durchschnittlich um ein Drittel mehr CO (5,2 ppm) aus, als die Umweltbelasung durch Straßenverkehr. Zum Vergleich: Bei Nichtrauchern liegt die Belastung durch Heizung, Straßenverkehr etc. bei 3,9 ppm CO2.

Damit sind Passivraucher fast genauso belastet wie Menschen, die nur gelegentlich zur Zigarette greifen (5,5 ppm). Das sagte der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Gefährliches Passivrauchen in Lokalen
Verglichen wurden die Ergebnisse auch mit den Tabakgesetzen der einzelnen Staaten. In Ländern mit einem totalen Rauchverbot für öffentliche Räume lag die CO-Belastung bei Nichtrauchern bei 2,5 ppm, so Neuberger. Galten nur einige Einschränkungen, wurden durchschnittlich 5,2 ppm gemessen. Je höher die Werte der Raucher, desto höher seien auch die Werte der Nichtraucher, so Neuberger. Die Studie zeige die Notwendigkeit eines gesetzlichen Rauchverbots und die positive Auswirkung von höheren Tabakpreisen.

Rund 111.000 Tests wurden für ein vorläufiges Ergebnis der seit 2005 laufenden Studie bisher ausgewertet, bis mindestens 2008 soll das Projekt weitergeführt werden. 48 Prozent der Erhebungen wurden auf öffentlichen Plätzen durchgeführt, auch in Spitälern, Schulen, Universitäten, bei Veranstaltungen sowie am Arbeitsplatz wurde gemessen.




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