24. Juli 2008 21:44

Fast am Ziel 

Piëch bastelt an neuem Weltkonzern

Mit dem Ja der EU-Kommission zur VW-Übernahme durch Porsche wurde Ferdinand Piëch zum mächtigsten Mann in der gesamten Autobranche.

Piëch bastelt an neuem Weltkonzern
© AP

Der Österreicher Ferdinand Piëch steht vor der Vollendung seines Lebenswerkes. Denn die EU-Wettbewerbshüter haben entschieden, dass der hochprofitable Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche den wesentlich größeren VW-Konzern schlucken darf. Piëch, der nicht nur VW-Aufsichtsratschef ist, sondern auch Großaktionär bei Porsche, gilt als Vater der spektakulären Übernahme.

Große Pläne mit VW
Piëchs großer Plan: Er will aus VW, Porsche und den diversen VW-Beteiligungen wie etwa Scania eine Gruppe formen, die vom Kleinstfahrzeug bis zum Lkw alles anbietet, was auf den Straßen der Welt zu finden ist. Und die Herrscher über diesen europäischen Großkonzern werden die Familien Porsche und Piëch sein. Völlig freie Fahrt für die Mehrheitsübernahme hat Porsche aber noch nicht. Weltweit müssen noch rund 20 Kartellbehörden grünes Licht für das Vorhaben geben. Bislang haben das acht getan.

China und Indien im Visier
Mit VW schluckt Porsche nicht nur Europas größten Autobauer, sondern bekommt auch ein Unternehmen, das seine Kostenstruktur fest im Griff hat. In den ersten sechs Monaten 2008 hat VW den operativen Gewinn um 22 % auf 3,434 Mrd. Euro gesteigert. Der Umsatz stieg um 3 % auf 56,5 Mrd. Euro. Und die Wachstumsaussichten sind vor allem in den großen Hoffnungsmärkten wie China oder Indien glänzend. Kein Wunder also, dass VW noch heuer im Dezember leichte Nutzfahrzeuge auf dem indischen Markt einführen will.

K.o. für Betriebsrat?
Die Übernahme könnte aber auch zu harten Einschnitten für die VW-Mitarbeiter führen. „Es wird zu längeren Arbeitszeiten und Anpassungen der Löhne und Gehälter bei VW kommen“, so etwa Ferdinand Dudenhöffer, der deutsche „Auto-Professor“. Zudem wird sich die Macht des VW-Betriebsrates in der bisherigen Form nicht aufrechterhalten lassen, ist sich Dudenhöffer sicher.




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