07. März 2008 10:03

Protein Cystatin C 

Proteinabbau verrät Todeszeitpunkt

Wissenschaftler aus Deutschland entdeckten, dass mittels einer Proteinanalyse der Todeszeitpunkt genauer festgestellt werden kann.

Proteinabbau verrät Todeszeitpunkt
© APA

Gerichtsmediziner können künftig den Todeszeitpunkt eines Menschen genauer bestimmen. Dies war bisher schwierig, wenn eine Leiche erst nach längerer Zeit gefunden wurde. Wissenschafter der Universität Tübingen können nun den Zeitpunkt des Todes über die Zersetzung körpereigener Proteine auf einige Tage genau angeben.

Proteinabbau untersucht
Vor allem nach Verbrechen müssen Gerichtsmediziner den Todeszeitpunkt möglichst genau eingrenzen. Aber Anzeichen wie Totenflecken oder Totenstarre verschwinden spätestens einige Tage nach dem Tod. Zwar kann dann auch die Besiedlung der Leiche mit Insekten Rückschlüsse zulassen. Die Tübinger Mediziner entwickelten aber nach Angaben der Universität ein weiteres Verfahren, das auf der Zersetzung körpereigener Proteine beruht.

Eingrenzung auf zwei Tage möglich
Hinweise erlaubt insbesondere das in der Nebenniere gebildete Protein Cystatin C. Der Eiweißstoff lässt sich bis zu zwölf Tage nach dem Tod durch eine positive Immunreaktion nachweisen. "Wenn wir eine Leiche finden und Cystatin C nachweisen können, wissen wir, dass der Mensch seit maximal zwölf Tagen tot ist", erläutert der Forscher Frank Wehner. "Ist der Cystatinnachweis negativ, wissen wir, dass der Mensch seit mindestens drei Tagen tot ist." Durch Einbeziehen mehrerer weiterer Proteine lässt sich der Todeszeitpunkt letztlich auf zwei bis drei Tage eingrenzen.




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