12. Oktober 2007 16:07

400 Arten 

Rädertierchen sind auch ohne Sex anpassungsfähig

Normalerweise braucht es die sexuelle Reproduktion, damit sich Lebewesen unterschiedlich entwickeln und nicht Klone der Mutter sind.

Rädertierchen sind auch ohne Sex anpassungsfähig

Seit 100 Millionen Jahren vermehren sie sich ohne Sex und sind doch sehr anpassungsfähig. Durch Untersuchungen der mikroskopisch kleinen Rädertierchen (Adineta ricciae) hat ein internationales Forscherteam jetzt erstmals belegt, dass das möglich ist.

400 Arten
Die Tierchen leben in Lacken und Kleinstgewässern und haben trotz ihrer asexuellen Vermehrung 400 verschiedene Arten gebildet, die sich unterschiedlichen Umweltbedingungen anpassen können, so Arbeitsgruppenleiter Dirk Hincha vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam.

Die Forscher haben mit Kollegen aus Cambridge und Angers zusammengearbeitet.

Sex versus Klone
Eigentlich müsste Sex schon längst von der Bildfläche verschwunden oder im Verlauf der Evolution erst gar nicht entstanden sein, erklären die Forscher. Denn gemessen am zahlenmäßigen Reproduktionserfolg ist sexuelle Fortpflanzung der asexuellen weit unterlegen.

Doch der entscheidende Nachteil einer Vermehrung ohne Sex: Normalerweise erzeugt sie zu wenig genetische Variabilität, die Nachkommen sind Klone ihrer Mutter. Dadurch können sie sich eigentlich veränderten Umweltbedingungen kaum anpassen.

Gene doch variabel
Doch bei den Rädertierchen zeigte sich laut Hincha, dass bei asexueller Fortpflanzung Varianten eines Gens unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen und schließlich zu Proteinen mit unterschiedlicher Funktion führen können. Damit lässt sich auch erklären, warum diese Tierchen selbst dann überleben, wenn ihre Pfützen austrocknen.

Laut Hincha gehört das Rädertierchen Adineta ricciae zu den wenigen bekannten Organismen, die sich ausschließlich asexuell vermehren. Wasserflöhe hingegen pflanzen sich unter optimalen Bedingungen ohne und unter schlechten Umweltbedingungen mit Sex fort.




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