07. Februar 2008 20:56

Cape Canaveral 

Raumfähre "Atlantis" ins All gestartet

Start geglückt: Die Raumfähre Atlantis ist ins All geflogen. Mit an Bord: ein deutscher Astronaut und ein Labor.

Raumfähre "Atlantis" ins All gestartet

Nach zweimonatiger Verzögerung ist das europäische Weltraumlabor "Columbus" auf dem Weg zur Internationalen Weltraumstation ISS. Die US-Weltraumfähre "Atlantis" startete am Donnerstag pünktlich um 20.45 MEZ vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral (US-Staat Florida) mit "Columbus" und dem deutschen Astronauten Hans Schlegel an Bord. Für die europäische Raumfahrt gilt der geplante Einsatz des Labors als ein Meilenstein.

Deutscher mit an Bord
Wissenschafter im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im bayerischen Oberpfaffenhofen, wo die Mission verfolgt wird, brachen nach dem Start in Jubel aus. Mit lautstarkem Applaus haben auch mehr als 900 Mitarbeiter und Angehörige von EADS-Astrium in Bremen den Start des europäischen Weltraumlabors "Columbus" mit dem US-Shuttle "Atlantis" gefeiert. Das Labor war maßgeblich in Bremen entwickelt und gebaut worden.

Ersten Angaben der US-Weltraumbehörde NASA zufolge verlief der Start mit den insgesamt sieben Astronauten an Bord ohne Probleme. "Alle System funktionieren normal", sagte ein NASA-Sprecher gut eine halbe Stunde nach dem Abheben. Mit auf der Reise ist auch der französische Astronaut Leopold Eyharts, der für einige Monate auf der ISS bleiben wird.

Bedenken gegen Start wegen schlechten Wetters
Noch kurz vor dem Abheben hatte es schwere Bedenken wegen des Wetters gegeben. Meteorologen hatten mit einer 60- bis 70-prozentigen Möglichkeit einer erneuten Startverschiebung wegen Regens und Sturms gerechnet. Ursprünglich war der Start bereits für den 6. Dezember geplant gewesen, musste aber wegen defekter Tanksensoren mehrfach verschoben werden.

Hauptaufgabe der elftägigen Mission ist es, das Labor an der ISS anzudocken. Insgesamt sind drei Außeneinsätze geplant, an zwei davon wird Schlegel teilnehmen. Dem bisherigen Zeitplan der NASA zufolge soll "Atlantis" am Samstag (18.25 MEZ) an der ISS andocken, bereits am Sonntag (15.35 MEZ) muss Schlegel mit einem US-Kollegen zu einem ersten Außeneinsatz, um das Labor für das Andocken an der Raumstation vorzubereiten.

Labor ist 13 Tonnen schwer
Das in Bremen gebaute 13 Tonnen schwere Labor soll über zehn Jahre lang das Verhalten von Stoffen, Einzellern und wirbellosen Tieren in der Schwerelosigkeit untersuchen. "Mit 'Columbus' wird die ISS richtig international", hieß es bei der NASA. Bisher hätten sich vor allem Amerikaner und Russen an der Raumstation fast 400 Kilometer über der Erde beteiligt.

Wissenschafter bezeichnet das 880 Millionen Euro teure Labor als echtes Juwel: Es enthält insgesamt sieben Nutzlastschränke für Forschung, die Untersuchungen reichen von der Medizin bis zu Materialforschung, von der Grundlagenphysik der Flüssigkeiten bis zu Studien über Einzeller und wirbellose Tiere. Die wissenschaftliche Kernfrage, meint ein Experte, laute jeweils: "Was passiert unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit?"

Außeneinsätze geplant
"Columbus" soll mit einem riesigen Roboterarm von der "Atlantis"-Laderampe an seine Position an der ISS gehievt werden. Außerdem muss ein Stickstofftank versetzt werden. Die Außeneinsätze sollen jeweils sechseinhalb Stunden dauern, kündigte die NASA an.




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