26. September 2007 22:51

Zum Asteroiden Vesta 

Raumsonde "Dawn" mit Verspätung gestartet

Mit zwei deutschen Kameras an Bord hat "Dawn" ihre achtjährige Mission zu den Ursprüngen des Sonnensystems mit mehrmaliger Verspätung begonnen.

Raumsonde "Dawn" mit Verspätung gestartet
© APA

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat erstmals eine langjährige Mission zu zwei verschiedenen Zielen zugleich im All begonnen: Die Raumsonde "Dawn" startete am Donnerstag an Bord einer Trägerrakete zu den Asteroiden Vesta und Ceres.

Zwei deutsche Spezialkameras an Bord
An Bord sind zwei Kamerasysteme, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Max-Planck-Institut entwickelt wurden. Von der rund 320 Millionen Euro teuren Mission erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über die Frühzeit des Sonnensystems.

Neuartiges Ionentriebwerk an Bord
"Dawn" soll als erste Sonde überhaupt einen Himmelskörper umkreisen und anschließend zu einem weiteren reisen, um ebenfalls in seine Umlaufbahn einschwenken. Möglich macht die Reise, die bis zum Jahr 2015 dauern soll, ein Ionentriebwerk.

"Erstes interplanetarisches Raumschiff"
Die Sonde sei für ihn "das erste wirkliche interplanetarische Raumschiff", sagte Chefingenieur Marc Rayman. "Zum ersten Mal haben wir wirklich das Potenzial, wohin zu reisen, anzuhalten, uns detailliert umzusehen, dort unsere Zeit zu verbringen und dann abzureisen."

Vesta und Ceres als Ziel
Auf ihrer insgesamt 4,8 Milliarden Kilometer langen Reise soll "Dawn" im Jahr 2011 den Asteroiden Vesta erreichen, vier Jahre später ist die Ankunft beim Zwergplaneten Ceres geplant. Ausgewählt wurden beide unter anderem deswegen als Ziele, weil sie zwar etwa zur selben Zeit vor etwa vier Milliarden Jahren entstanden sind, aber unterschiedlicher nicht sein könnten: Vesta ist trocken und steinig, die Oberfläche besteht offenbar aus harter Lava. Viele der auf der Erde entdeckten Meteoriten stammen von dem Asteroiden. Ceres hat dagegen eine eisige Oberfläche und möglicherweise auch eisbedeckte Pole.

Erstmals NASA-Mission ohne amerikanische Kamera
Zur Untersuchung der beiden Ziele stehen "Dawn" unter anderem Kameras und ein Infrarot-Spektrometer zur Verfügung. Nach Angaben des DLR gehört die Sonde zum "Discovery"-Programm der NASA, das es der Wissenschaft ermöglicht, mit relativ preisgünstigen und innovativen Missionen die Rätsel unseres Sonnensystems zu lösen. Als neunte von zehn "Discovery"-Missionen ist "Dawn" die erste NASA-Mission, auf der keine amerikanische Kamera Fotos von seinen Zielobjekten machen wird. Der deutsche Beitrag an den Gesamtkosten beläuft sich der DLR zufolge auf drei Prozent.




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