23. Mai 2008 08:29

Spannung am Sonntag 

Raumsonde "Phoenix" landet auf dem Mars

Suche nach Leben im All: Am Sonntag landet die US-Raumsonde "Phoenix". Wissenschafter suchen nach Wasser als Grundlage für Mikroorganismen.

Raumsonde "Phoenix" landet auf dem Mars
© Reuters

Fast zehn Monate nach dem Start nähert sich die US-Raumsonde "Phoenix" planmäßig dem Mars. Die Sonde, die nach Lebensspuren auf dem Roten Planeten suchen soll, befinde sich derzeit rund 4,5 Millionen Kilometer von ihrem Ziel entfernt und werde in der Nacht auf Montag (MESZ) am vereisten Nordpol des Mars landen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag mit.

Systeme sind stabil
"Aktuelle Berechnungen zeigen, dass das Gebiet, dem wir uns jetzt näheren, weniger als zwölf Kilometer vom Mittelpunkt des Zielgebiets entfernt liegt", sagte Projektmanager Barry Goldstein in einer NASA-Erklärung. Man werde kurz vor der Landung entscheiden, ob es Korrekturen oder einer "Feinsteuerung" bedürfe. "Die Sonde ist in gutem Zustand, alle Systeme sind stabil und arbeiten normal", heißt es in der Mitteilung.

Die Landung von "Phoenix" gilt als höchst riskantes Unternehmen. In der Vergangenheit sind mehrere Sonden dabei zerschellt. Die Sonde tritt mit einem Tempo von 20.000 Stundenkilometern in die Atmosphäre des Nachbarplaneten der Erde ein und wird dann mit einer Reihe von komplizierten Manövern und Fallschirmen auf weniger als 10 Stundenkilometer abgebremst, um schließlich sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

Suche nach Wasser
In den drei folgenden Monaten während des Marsfrühlings und -sommers soll die Sonde dann mit ihrem Roboterarm im Permafrostboden des Mars-Nordpols graben. Dabei geht es vor allem darum, Spuren oder Hinweise auf Wasser zu finden, was ein Anzeichen für das Leben von Mikroorganismen sein könnte. "Phoenix" wird unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Das gesamte Forschungsprojekt kostet 420 Millionen Dollar (267 Mio. Euro).




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