26. März 2008 07:52

Größer als Wien 

Riesen-Eisberg in der Antarktis zerfällt

Offensichtlich unter dem Einfluss des Klimawandels ist von der Antarktis ein gigantischer Schelfeisblock abgebrochen.

Riesen-Eisberg in der Antarktis zerfällt
© AP

Das Winterwetter-Forschungszentrum von der Universität Colorado (NSIDC) wies am Dienstag darauf hin, dass das Abbrechen des Eisblocks am 28. Februar durch Satellitenaufnahmen belegt sei.

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25,5 Kilometer langes Teilstück
Vom Zerbröckeln ist demnach ein Schelfeisblock am sogenannten Wilkins-Schild betroffen, der sich an einer Landzunge der Antarktis befindet, die Feuerland gegenüberliegt. Insgesamt geht es um einen Schelfeisblock von 414 Quadratkilometern. Das am 28. Februar abgebrochene Teilstück ist 41 mal 2,5 Kilometer breit. Der deutsche Expeditionsleiter Arved Fuchs bezeichnete den Rückgang des polaren Eises in einem Interview als sehr bedrohlich.

Temperaturen steigen um 2,5 Grad
An der Westseite der Antarktis stiegen die Temperaturen innerhalb von 50 Jahren um durchschnittlich 2,5 Grad. Der Wilkins-Schild werde von warmen Meeresströmungen fortbewegt, sagte der NSIDC-Forscher Ted Scambos. Da der Sommer auf der Südhalbkugel nun endet, erwarten die Forscher in den kommenden Monaten keine Zuspitzung der Entwicklung. "Für diese Saison ist das Spektakel vorbei", sagte Scambos. Im kommenden Jänner werde zu beobachten sein, ob der Wilkins-Schild sich weiterbewege.

Zerfall schon vor Jahren begonnen
In den vergangenen Jahren waren zwei große Teile des unweit gelegenen Larsen-Eisschelfes zerfallen - es begann mit dem 75 Kilometer langen und 37 Kilometer breiten Schelf Larsen A 1995, im März 2002 beobachtete ein NASA-Satellit die Auflösung von Larsen B, einer Menge von 720 Milliarden Tonnen Eis. Das Abschmelzen der Eisblöcke in der Antarktis trägt zum Anstieg der Meeresspiegel bei.




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