30. Oktober 2007 20:22

ISS-Außeneinsatz 

Riskante Reparatur erfolgreich abgeschlossen

Das Sonnensegel der ISS wurde von den Discovery-Astronauten repariert.

Riskante Reparatur erfolgreich abgeschlossen
© EPA

Zwei Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" haben einen riskanten Außeneinsatz zur Reparatur eines Sonnensegels an der Internationalen Raumstation (ISS) erfolgreich abgeschlossen. Die Instandsetzung sei geglückt, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Samstag mit. "Das ist gut, das ist wunderbar", sagte Astronaut Scott Parazynski, als das von ihm reparierte Sonnensegel erfolgreich aufgespannt wurde. "Ausgezeichnete Arbeit", lobte Peggy White, die den Einsatz im Kontrontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas leitete.

Riskant wegen Stromschlagrisiko
Auf Fernsehbildern der Raumfahrtbehörde NASA war zu sehen, wie Parazynski und sein Kollege Doug Wheelock um kurz nach 11.00 Uhr MEZ zu dem Einsatz aufbrachen. Parazynski war Hauptakteur der gut vierstündigen Reparaturarbeiten, die wegen Stromschlagsrisikos als riskant galten. Außerdem musste sich Parazynski weiter vom Shuttle entfernen als sonst bei Außeneinsätzen im All üblich. Er wurde mit den Füßen an einer Konstruktion abgesichert, die aus einem 18 Meter langen Roboterarm plus 15-Meter-Verlängerung bestand.

Erheblicher Sicherheitsaufwand
Mit erheblichem Sicherheitsaufwand wurde verhindert, dass Parazynski mit dem Sonnensegel in Berührung kam, das eine Spannung von bis zu 300 Volt hat. Der 46-jährige Astronaut arbeitete bei der Reparatur mit einem an Bord der ISS eigens für den Einsatz angefertigten Werkzeug, das einem mit Isolierband eingewickelten Hockey-Schläger glich. Der Leiter des NASA-Trainingszentrums für Außeneinsätze, David Wolf, hatte diese Arbeitsweise zuvor als "Nähen mit Handschuhen" umschrieben.

Sonnensegel gerissen
Das Sonnensegel war am Dienstag gerissen, als Parazynski und Wheelock einen 16 Tonnen schweren Dreharm an der ISS anbrachten, der das Segel zur Sonne ausrichtet. Das Segel mit einer Spannweite von 76 Metern ist das dritte der ISS und wird zur optimalen Stromversorgung der ISS benötigt, an die im Dezember das europäische Raumlabor Columbus und im April das japanische Kibo-Labor angebaut werden sollen.

Nach der gelungenen Reparatur sollte die "Discovery" wie geplant am Montag von der ISS abdocken und am Mittwoch in Florida landen. Die NASA hatte die ursprünglich auf zwei Wochen angesetzte Mission der "Discovery"-Crew Anfang der Woche um einen Tag verlängert.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |