09. November 2007 11:06

Oft Verschlechterung 

Rückenschmerzen mit realistischen Zielen behandeln

Übertriebene Zielsetzung in der Therapie von Rückenschmerzen sind besonders wichtig. Eine Verschlimmerung wird eher registriert als eine Besserung.

Rückenschmerzen mit realistischen Zielen behandeln
© dpa - Bildfunk

Bei chronischen Rückenschmerzen registrieren Patienten eine Verschlimmerung der Beschwerden eher als eine Besserung. Daher sollten Schmerztherapeuten Hoffnung und Enttäuschung in der Behandlung thematisieren und mit den Patienten realistische Therapieziele vereinbaren, wie eine Studie der Universitätsklinik Heidelberg zeigt.

Besserung nach drei Wochen
Die deutschen Orthopäden untersuchten 153 Patienten, die seit mindestens sechs Monaten an starken Rückenschmerzen litten. Alle Teilnehmer absolvierten drei Wochen lang eine Ganztages-Therapie mit Krankengymnastik, Rückentraining, Entspannungsübungen, Psychotherapie und Verhaltenstherapie. 48 Prozent der Teilnehmer verspürten nach drei Wochen deutlich weniger Schmerzen, 28 Prozent registrierten keine Veränderung, und 14 Prozent gaben an, sie hätten mehr Schmerzen.

Verschlechterung schneller gespürt
Allerdings reagierten die Patienten auf eine Verschlechterung der Beschwerden wesentlich empfindlicher als auf eine Besserung. Zufriedener waren sie dann, wenn auf der Schmerzskala von null bis zehn eine selbst eingeschätzte Besserung um 2,5 Punkte auftrat. Die Unzufriedenheit stieg aber schon bei einer Verschlechterung um 0,9 Punkte. Dies zeigt nach Angaben der Uniklinik, dass Stillstand in der Entwicklung eher als Verschlimmerung empfunden wird. Daher sollten Therapeuten mit ihren Patienten realistische Ziele der Therapie erörtern.




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