05. Februar 2008 13:59

Studie 

Schwangere Frauen werden vergesslich

Die Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens hält bis zu einem Jahr nach der Entbindung noch an.

Schwangere Frauen werden vergesslich
© www.photos.com

Schwangere Frauen haben es längst geahnt, jetzt ist es auch wissenschaftlich belegt: Wer guter Hoffnung ist, neigt zu Vergesslichkeit. Wie eine am Dienstag erschienene Studie auf Grundlage mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen ergab, kann das eingeschränkte Erinnerungsvermögen die Mütter bis zu einem Jahr nach der Entbindung belasten.

"Der Gedächtnisabbau, den viele Frauen während und nach einer Schwangerschaft erleben, entspricht ungefähr dem Unterschied beim Erinnerungsvermögen, den wir zwischen einer 20- und einer 60-jährigen Frau feststellen können", sagte Julie Henry, die die Studie leitete.

Neue Aufgaben sehr schwierig
Die Untersuchungen von mehr als tausend schwangeren Frauen, Müttern und nicht-schwangeren Frauen ergab, dass es für die werdenden Mütter vor allem schwieriger wurde, neue oder sehr schwierige Aufgaben zu lösen. "Regelmäßige, eingeübte Aufgaben wie die Telefonnummern von Freunden und Angehörigen waren nicht betroffen", erläuterte der Forscher Peter Rendell, der die Studie mit Henry zusammen überwachte.

Probleme mit neuen Telefonnummern
"Anders ist es, wenn es um neue Telefonnummern oder Namen geht", sagte der Wissenschafter. Auch das Speichern und Verarbeiten mehrerer Informationen gleichzeitig werde schwieriger.

Bis zu ein Jahr
Die im "Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology" erschienene Studie stellte fest, dass das Phänomen des sogenannten Baby-Hirns mindestens ein Jahr anhält - möglicherweise auch noch länger. Allerdings gibt es über einen längeren Zeitraum keine Untersuchungen. Woher die Vergesslichkeit genau rührt, ist für die Forscher weiter rätselhaft: Möglicherweise sind nur Schlafmangel und Stress dafür verantwortlich.




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