18. Dezember 2007 12:20

"Galaktische Gewalt" 

Schwarzes Loch schießt auf Nachbar-Galaxie

Ein Schwarzes Loch traf seine Nachbar-Galaxie mit seinem rasenden Strahl. Wissenschaftler wurden Zeugen eines dramatischen Zusammenstoßes.

Schwarzes Loch schießt auf Nachbar-Galaxie
© AFP PHOTO/NASA
Schwarzes Loch schießt auf Nachbar-Galaxie
© NASA

Astronomen haben nach eigenen Angaben erstmals beobachtet, wie der Materiestrahl eines Schwarzen Loches eine benachbarte Galaxie trifft und dabei abgelenkt wird. Die Forscher um Dan Evans kombinierten die Daten mehrerer Teleskope, um ein Bild des dramatischen Zusammenstoßes im rund 1,4 Milliarden Lichtjahre entfernten System 3C321 zu schaffen.

Zwei Galaxien im ewigen Tanz
Dort kreisen zwei Galaxien umeinander, in deren Zentrum es jeweils ein Schwarzes Loch gibt. Diese ziehen die Materie in ihrer Umgebung unwiderstehlich an und saugen sie ein. Die Anziehungskraft ist so groß, dass nicht einmal das Licht aus einem Schwarzen Loch entkommt. Unter besonderen Umständen können Schwarze Löcher jedoch einen als Jet bezeichneten Materie- und Energiestrahl aussenden, der fast Lichtgeschwindigkeit erreicht.

"Todesstern-Galaxie"
Dies ist bei der größeren der zwei Galaxien von 3C321 der Fall, teilte die NASA mit. Deren Strahl - von Forschern als Jet bezeichnet - trifft den Rand der kleineren Galaxie. Die NASA spricht von nie zuvor gesehener "galaktischer Gewalt" und der "Todesstern-Galaxie".

Erster Jet-Strahl, der Galaxie durchschlägt
Er und seine Kollegen hätten schon viele Jets aus Schwarzen Löchern gesehen, erklärte Evans vom Harvard-Smithonian-Center für Astrophysik. Der Jet im System 3C321 sei aber der erste beobachtete, der eine andere Galaxie durchschlage. "Dieser Jet kann alle möglichen Probleme für die kleine Galaxie bringen, auf die er einschlägt." Jets transportieren unter anderem energiereiche Strahlung, darunter Röntgen- und Gamma-Strahlung. Ein Fleck markiert auf den Bildern der Forscher, wo der Strahl die Galaxie trifft.

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Auf dieser NASA-Nachbildung sieht man den mächtigen Jet-Strahl aus dem supermassiven Schwarzen Loch mit voller Wucht die Nachbargalaxie 3C321 treffen. Diese nie zuvor gesehene "galaktische Gewalt" hinterließ zerstörte Planeten und entzündete Sterne.
(Foto: AP Photo/NASA)

Eng beieinander: Nur 20.000 Lichtjahre
Nach kosmischen Maßstäben liegen die beiden Galaxien eng beieinander: rund 20 000 Lichtjahre. Dies entspricht etwa der Entfernung der Erde vom Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße. Möglicherweise setze der Jet in der getroffenen kleineren Galaxie die Bildung neuer Sterne und Planeten in Gang, heißt es bei der NASA. Die Resultate von Evans und seinen Kollegen sollen im "The Astrophysical Journal" erscheinen.




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