05. April 2008 17:21

Aufklärung 

Sexualaufklärung nicht erst in der Pubertät

Sexuelle Aufklärung ist wichtig für junge Menschen. Eltern sollten aber nicht als Moralapostel auftreten

Sexualaufklärung nicht erst in der Pubertät
© sxc

Mit der Sexualaufklärung ihrer Kinder sollten Eltern nicht bis zur Pubertät warten. Mit Erreichen des Teenager-Alters sollte der Nachwuchs bereits wissen, wie sich sexuell übertragbare Krankheiten ausbreiteten und wie er sich vor ihnen sowie vor einer Schwangerschaft schützen könne, empfiehlt der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Ulrich Fegeler.

Viele Möglichkeiten für ein Gespräch
Gesprächsmöglichkeiten böten sich zu jeder Zeit und überall an. Wichtig sei, ihnen nicht auszuweichen, andererseits aber auch das Kind nicht zu einem Gespräch zu nötigen, sagt der Mediziner. Das Fernsehprogramm mit seiner häufig unverhohlenen Anspielung auf sexuelle und erotische Fantasien könne beispielsweise als Sprungbrett für ein solches Gespräch dienen. Idealerweise könne man dabei auch auf die Unterschiede zwischen Fiktion in den Medien und der Realität hinweisen.

"Eltern sollten grundsätzlich ihr Kind zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität erziehen", rät Fegeler. Dabei sollten sie nicht als Moralapostel auftreten, sondern vielmehr den Blickwinkel und die Probleme des Kindes verstehen. So sei es häufig wichtig, Kindern Rückhalt zu geben, sich den als unangenehm empfundenen Gruppenzwängen bei Gleichaltrigen zu widersetzen, vor allem wenn bestimmte sexuelle Haltungen gefordert werden.

Kein bestimmtes Alter
Eltern sollten jederzeit gesprächsbereit sein und Unterstützung und Hilfe signalisieren. Ein bestimmtes Alter, wann Eltern ihre Kinder aufklären sollten, gebe es nicht: "Kinder haben in jedem Alter Fragen zu ihrem Geschlecht beziehungsweise zur Sexualität. Wenn Ihr Kind bereit ist, Sie zu fragen, sollten Sie bereit sein zu antworten", betont der Experte.

Schon mit etwa 18 Monaten bis drei Jahren fangen Kinder laut Fegeler an, ihren eigenen Körper zu erkunden. Sie sollten dann die richtigen Namen der Körperteile und somit auch der Geschlechtsorgane erfahren. Mit Einfühlungsvermögen und Gespür für die Verständnisfähigkeit des Kindes sollte die besondere Intimität der Genitalorgane erklärt werden.

Mit vier bis fünf Jahren beginne eventuell das Interesse an der eigenen Geschlechtsidentität. Es tauche möglicherweise die Frage auf, warum die Körper von Buben und Mädchen anders seien. Kinder berührten vielleicht die eigenen Genitalien und zeigten Interesse an den Genitalien Gleichaltriger. Dabei handle es sich aber nicht um sexuelle Aktivitäten, sondern nur um normale Neugier.




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1 Posting
Karina82 (GAST) meint am 10.08.2012 12:43:49 ANTWORTEN >
--KOMMENTAR WURDE ENTFERNT (SPAM)--
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