16. September 2007 10:42

Operation 

Siamesiche Zwillinge Marek und Michal getrennt

Slowakische Ärzte haben in einer Marathon-Operation die fünf Monate alten Buben getrennt. Jetzt beginnt das bange Warten, ob sie sich erholen.

Siamesiche Zwillinge Marek und Michal getrennt
© Novi Cas Bratislava

Von Freitagmittag bis tief in die Nacht dauerte der spektakuläre Eingriff an der Universitätsklinik Kramare in Bratislava. Samstag erfolgte dann die erste vorsichtige Erfolgsmeldung: „Die Operation ist nach dem besten zu erwartenden Szenario verlaufen“, so Klinikdirektor Daniel Zitnan.

Sauerstoffzelt
Seit 10. April liegen Marek und Michal auf der Intensivstation und kämpfen um ihr Leben. Wie ÖSTERREICH berichtete, waren die Zwillinge an Bauch und Brust zusammengewachsen und hatten eine gemeinsame Leber. Mutter Marianna und Vater Milan konnten ihre Kinder meist nur hinter der dicken Folie eines Sauerstoffzeltes sehen, sie kaum berühren oder streicheln.

Hilfe
Nach den Medienberichten rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an: Die Spezialisten des Wiener AKH boten sofort ihre Hilfe an. AKH-Chef Reinhard Krepler damals: „Wenn es gewünscht wird, können wir die Operation bei uns durchführen.“

Eingriff
Nun entschieden sich die slowakischen Mediziner, die riskante Trennung im Alleingang vorzunehmen. Mehrere Teams, insgesamt 46 Ärzte und Assistenten, waren an dem Eingriff beteiligt. Über mögliche Komplikationen wurde nichts bekannt. „Die kommende Woche wird entscheiden, ob sich die Buben erholen. Gibt es Schwierigkeiten, treten sie oft in den ersten Tagen nach der OP auf“, so Professor Ernst Horcher, Chef der Kinderchirurgie am AKH. Die Eltern von Marek und Michal haben sich zurückgezogen, um für ihre Kinder zu beten.

Markus Hofer




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