24. Oktober 2008 13:55

Kasachstan 

Sojus-Kapsel ohne Zwischenfälle gelandet

Die Kapsel mit dem Weltraumtouristen Richard Garriott kehrte sicher von der ISS zurück. Garriott war von seinem Trip begeistert.

Sojus-Kapsel ohne Zwischenfälle gelandet
© AP

Der amerikanische Weltraumtourist Richard Garriott und zwei russische Kosmonauten sind am Freitag wieder wohlbehalten von der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde zurückgekehrt. Ihre Sojus-Kapsel landete um 9.37 Uhr Ortszeit (5.37 Uhr MESZ) planmäßig in der kasachischen Steppe. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Missionen gab es dieses Mal keine Zwischenfälle. Wegen der internationalen Finanzmarktkrise ist offenbar auch die Zukunft des russischen Raumfahrtprogramms in den kommenden Jahren ungewiss.

Finanzkrise bedroht Raumfahrtprogramm
Wenn es in den nächsten Wochen keine Kredite oder Vorauszahlungen der Regierung gebe, könnten keine neuen Raumkapseln gebaut werden, erklärte Witaly Lopota, der Chef des für den Bau zuständigen Unternehmens RKK Energija. Davon seien nicht die nächsten Raumflüge betroffen, sondern die nach 2009, sagte er. Damit wäre auch die Versorgung der ISS gefährdet, da ab 2010 keine US-Raumfähren mehr fliegen sollen und dann für einige Jahre nur noch russische Raumkapseln zur Verfügung stehen. Der Bau einer Raumkapsel dauert ungefähr zweieinhalb Jahre.

"Großartiger Flug"
Suchmannschaften flogen am Freitag mit Hubschraubern zum Landeplatz, rund 90 Kilometer nördlich von Arkalik, und holten die drei Raumfahrer aus der Kapsel. "Was für ein großartiger Flug", schwärmte der 47-jährige Richard Garriott aus Texas, der für den zehntägigen Aufenthalt auf der ISS etwa 30 Millionen Dollar (22 Millionen Euro) bezahlt hat. Begrüßt wurde er von seinem Vater Owen Garriott, einem ehemaligen NASA-Astronauten.

Auch Sergej Wolkow, der mit seinem Kollegen Oleg Kononenko mehr als ein halbes Jahr im All verbracht hat, wurde die Begeisterung für die Raumfahrt in die Wiege gelegt: Sein Vater, Alexander Wolkow, war in den 80er und 90er Jahren Kosmonaut und verbrachte insgesamt 391 Tage im All.

Die beiden vorangegangenen ISS-Besatzungen hatten bei ihrer Rückkehr zur Erde mit technischen Problemen zu kämpfen. Die Sojus-Kapseln wichen mehrere hundert Kilometer vom Kurs ab und landeten deswegen äußerst hart. Diesmal zeigte sich der Leiter der russischen Weltraumbehörde zufrieden: "Ich kann mich an keine bessere Landung erinnern", sagte Anatoli Perminow am Freitag.




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