11. Juli 2008 12:28

Raumfahrt 

Sojus-Schaden in riskantem Manöver repariert

Russische Kosmonauten entfernten einen schadhaften Bolzen von der Raumkapsel Sojus.Wegen dem Bolzen waren die jüngsten Landungen extrem hart.

Sojus-Schaden in riskantem Manöver repariert
© Rian

In einem riskanten Außeneinsatz haben zwei russische ISS-Kosmonauten ein Bauteil entfernt, das vermutlich die Ursache für die beiden jüngsten Bruchlandungen der russischen Raumkapsel Sojus war. Mehr als sechs Stunden lang waren Sergej Wolkow und Oleg Kononenko im Einsatz, bis sie am Freitag erleichtert an Bord der Internationalen Raumstation zurückkehren konnten, wie das russische Kontrollzentrum mitteilte.

Harte Landungen
Sie bauten einen der fünf Sprengbolzen ab, welche die Sojus vor ihrer Rückkehr zur Erde von der Raumstation trennen. Eine Fehlfunktion dieses Bolzens soll dafür verantwortlich sein, dass die beiden jüngsten Landungen der Sojus auf der Erde extrem hart verlaufen waren.

Explosion wäre lebensgefährlich
Bei ihrem riskanten Einsatz mussten die beiden Kosmonauten nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA zunächst Isolationsmaterial entfernen und die Stromkabel abtrennen, welche die Sprengbolzen zünden. Wäre dabei etwas schiefgegangen, hätten sie eine Explosion auslösen können, die ihre Raumanzüge beschädigt hätte. "Gott sei Dank, er ist drin", so einer der beiden erleichterten Kosmonauten, nachdem der Bolzen sicher in einer Transportbox verstaut war.

Außergewöhnlicher Einsatz
Der Außeneinsatz sei außergewöhnlich in der Geschichte der Sojus, sagte der Vater eines der beiden Raumfahrer, der Kosmonaut Alexander Wolkow, im russischen Fernsehen: "Sie mussten Reparaturarbeiten ausführen und die Gründe für die ballistischen Landungen (der Sojus) finden." Ihren Außeneinsatz hatten Kononenko und Wolkow zuvor mit Hilfe eines Videos geübt, das der Raumfrachter Progress im Mai zur ISS gebracht hatte. Der schadhafte Bolzen wurde nach dem Ausbau in einer gesicherten Transportbox verstaut. Wenn die ISS-Besatzung im Herbst zur Erde zurückkehrt, soll er dort von Spezialisten untersucht werden.

Harte Landung in Steppe
Im April war die Sojus 420 Kilometer von der geplanten Landestelle entfernt in der kasachischen Steppe hart gelandet. Zuvor war die Kapsel im falschen Winkel und quasi im freien Fall Richtung Erde gerast, die Insassen waren dabei extremem Druck ausgesetzt. Erst mit Verspätung konnten Helfer die Kapsel am Boden erreichen und die Raumfahrer aus der engen Sojus befreien.




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