03. November 2008 12:40

Angst vor den Linken 

Spanien wollte Portugal 1975 den Krieg erklären

Das Erstarken der Linke in Portugal missfiel Franco sehr. Jetzt wurde bekannt, dass Spanien sogar einen Krieg erwog.

Spanien wollte Portugal 1975 den Krieg erklären
© dpa

Das Franco-Regime in Spanien hat nach einem Pressebericht in den 70er Jahren erwogen, aufgrund des wachsenden Einflusses der Linken in Portugal dem Nachbarland den Krieg zu erklären. Wie die Madrider Zeitung "El País" am Montag berichtete, hatte der damalige spanische Ministerpräsident Carlos Arias Navarro amerikanischen Diplomaten 1975 angeboten, gegen Portugal in den Krieg zu ziehen.

Francos letzter Regierungschef habe mit einem solchen Krieg den "Vormarsch des Kommunismus" im Nachbarland stoppen wollen. In Spanien lag damals das Regime des Diktators Francisco Franco (1939-1975) in den letzten Zügen. Portugal dagegen hatte mit einem Putsch junger Militärs am 24. April 1974 und der "Nelkenrevolution" eine Demokratisierung eingeleitet.

Dokumente im US-Archiv
Arias Navarro habe sich in einem Gespräch mit dem damaligen Vizeaußenminister der USA, Robert Ingersoll, "sehr besorgt" über den Linkstrend in Portugal geäußert, schrieb das Blatt. Es beruft sich dabei auf Archiv-Dokumente des US-Außenministeriums. "Spanien wäre notfalls bereit, den Kampf gegen die Kommunisten (in Portugal) allein zu führen", teilte Ingersoll dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger mit.

Die USA gingen auf den Vorstoß des spanischen Ministerpräsidenten nicht ein. Arias Navarro war während des Franco-Regimes für eine begrenzte Liberalisierung eingetreten. Nach dem Tod des Diktators am 20. November 1975 blieb er zunächst im Amt, wurde aber gut ein halbes Jahr später von König Juan Carlos abgesetzt.




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