17. Jänner 2008 17:37

ÖVP-Vorschlag 

Straffällige Jugendliche in Erziehungscamps

Geht es nach der ÖVP, sollen straffällige Jugendliche "Trainingscamps" im Ausland besuchen.

Straffällige Jugendliche in Erziehungscamps
© APA

Die ÖVP hat sich zum Auftakt ihrer Jahresauftaktklausur in Gmunden des Themas Jugendkriminalität angenommen. Interessantester Punkt eines vom Parteivorstand abgesegneten Papiers ist der Plan, "Trainingscamps" für straffällig gewordene Jugendliche im Ausland zu besuchen und Best-Practice-Modelle von "erfolgreichen Erziehungscamps" zu eruieren. Leiter dieser Delegationen soll Generalsekretär Hannes Missethon sein. Bis Sommer will die ÖVP Ergebnisse vorlegen.

Vorbild Sibirien-Camp?
Erst diese Woche machte eine Initiative im deutschen Bundesland Hessen für Aufregung: Dort greifen die Behörden im Umgang mit jugendlichen Gewalttätern zu drastischen Mitteln. Ein 16-jähriger Schüler wurde jetzt zur Besserung nach Sibirien geschickt.

Lesen Sie hier mehr dazu.

VP-Chef Wilhelm Molterer betonte gleichzeitig, dass es der ÖVP nicht in erster Linie um Strafen gehe. Es solle - etwa durch verstärkte Beratung der Erziehungsberechtigten - möglichst schon im Vorfeld jugendlicher Gewalt entgegengewirkt werden.

Evaluiert werden sollen ungeachtet dessen die strafrechtlichen Bestimmungen für Jugendliche. Dabei sei insbesondere zu prüfen, "ob bei besonders radikalen und extremen Fällen von Gewaltanwendung ausreichende staatliche Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen".

Geprüft werden soll nach Ansicht der Volkspartei ferner, welche Maßnahmen schon vor Eintritt in die Strafmündigkeit - also für Unter-14-Jährige - gesetzt werden können, um kriminelle Karrieren zu vermeiden. Eine Herabsetzung der Strafmündigkeitsgrenze lehnte Molterer hingegen entschieden ab.

Weiteres Ergebnis des Vorstandes: Die ÖVP hat ihre fünf Hauptthemen für 2008 festgelegt. Das sind Arbiet, Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, Bildung und Europa.




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