18. Februar 2008 10:07

In-vitro-Behandlung 

Super-Mikroskop für Baby-Segen

Dank einer neuartigen In-vitro-Behandlung soll der Kinderwunsch künftig bei jeder zweiten Frau gleich auf Anhieb in Erfüllung gehen.

Super-Mikroskop für Baby-Segen
© REUTERS/Dwi Oblo

„Durch ein neues Verfahren wird jede zweite Frau schon bei der ersten Behandlung schwanger“, freut sich Prof. Stephan Szalay, Leiter der Kinderwunsch-Klinik in Krumpendorf am Wörthersee.

Hoffnung
Mit der Anschaffung eines 70.000 Euro teuren Super-Mikroskopes macht der In-Vitro-Pionier den geschätzten 30.000 kinderlosen Paaren in Österreich Hoffnung. Mediziner Szalay: „Gerade in Fällen, in denen die künstliche Befruchtung nicht auf Anhieb geklappt hat, kann nun die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft deutlich erhöht werden.“

Präzisionsarbeit
Das Geheimnis des Baby-Erfolgs liegt in einem in Israel entwickelten Verfahren (IMSI) gekoppelt mit deutschem Technik-Know-how: Durch ein Mega-Mikroskop ist es Szalay möglich, Samenzellen bis auf das 10.000-fache (früher: 400-fach) zu vergrößern und so die besten für die künstliche Befruchtung auszuwählen. In Präzisionsarbeit im Tausendstel-Millimeter-Bereich werden diese dann mittels Mikropipette aufgenommen und in die Eizelle eingesetzt.

Face to face
„Durch die optische Vergrößerung kann man den Kopf des Samens, der das genetische Material des Vaters beinhaltet, in allen Einzelheiten betrachten und so gezielt aussortieren. Man sieht ihm sozusagen direkt ins Gesicht“, schmunzelt der Professor, der in seiner In-Vitro-Laufbahn schon mehr als 3.000 Babys das Licht der Welt erblicken hat lassen.

Unfruchtbarkeit
Dass sich in Zeiten starker Geburtenrückgänge (2007 kamen mit 74.952 Kindern um 2,6 Prozent weniger Babys zur Welt) viele Paare für Nachwuchs aus dem Reagenzglas interessieren, ist für Szalay kein Modetrend. „Leider nimmt die Unfruchtbarkeit zu. Ein Fünftel aller Paare ist ungewollt kinderlos.“




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