15. Jänner 2008 22:59

Sinnestäuschung 

Teurer Wein mundet besser

Kalifornische Forscher haben ergründet, ob ein Wein besser schmeckt, wenn er mehr kostet.

Teurer Wein mundet besser
© REUTERS/Robert Galbraith

Die meisten Verbraucher sicher: guter Wein hat seinen Preis. Zwar gilt die billige Flasche aus dem Supermarkt-Regal zwar als annehmbar, deutlich mehr Genuss versprechen aber nur teure Weine. Hirnforscher der California Institute of Technology in Pasadena haben nun untersucht, wie sehr der Preis einer Flasche Wein die Reaktion des Trinkenden beeinflusst. Im Rahmen einer Studie ließen sie 20 Probanden verschiedene Weine trinken, während ihre Hirnaktivität gemessen wurde. Das Ergebnis der Studie brachte Erstaubliches zu Tage.

Preistricks
Vor dem Versuch erzählten die Wissenschaftler den Teilnehmern, es ginge darum, mehr über den Geschmackssinn herauszufinden, und dass sie die einzelnen Weine über ihren Verkaufspreis unterschieden würden. In Wahrheit ließen die Wissenschaftler ihre Probanden aber nur drei verschiedene Weine verköstigen. Zwei davon wurden doppelt verwendet mit jeweils unterschiedlichen Preisangaben.

Geschmacksbeeinflussung
Grundsätzlich beurteilten die Versuchsteilnehmer die angeblich teuren Weine geschmacklich besser als die billigeren. Im Gehirn zeigte sich in jener Region eine höhere Aktivität, in der die individuelle Beurteilung von Gerüchen, dem Geschmack von Essen oder auch von Musik vollzogen wird. Die Forscher fanden heraus: allein der Preis des Weines reiche, um die Aktivität in dieser Hirnregion zu verändern und so das individuelle Geschmacksurteil zu beeinflussen. Andere Angaben, welche die Erwartungen an die Produktqualität betreffen, hätten vermutlich ähnliche Auswirkungen im Gehirn, etwa Angaben zur Herkunft des Produkts, seinen Inhaltsstoffen, der Markenname oder das Qualitätsurteil eines Experten.

Qualität für den Erfolg nicht ausschlaggebend
Zahlreiche Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass die Qualität eines Produktes nicht für seinen Erfolg ausschlaggebend ist. Vielmehr hänge dieser auch von den Erwartungen der Konsumenten und von ihrer jeweiligen Stimmung. Beispielsweise kommt es vor, dass in entsprechenden Experimenten Produkte einer bestimmten Marke besser beurteilt werden als markenlose Konkurrenzprodukte. Ganz gleich, ob sich auch tatsächlich das echte Produkt hinter der Marke verberge. In einem Experiment wiesen Wissenschaftler sogar nach, dass allein der Preis eines Energy Drinks die Fähigkeit der Probanden mitbestimmte, konzentriert zu arbeiten und Rätsel zu lösen.




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