05. März 2008 15:28

Wie Science fiction 

US-Forscher blicken per Scanner ins Gehirn

Foschern aus den USA gelang eine Sensation. Mittels eines Scanners konnte sie förmlich in das Hirn der Kollegen schlüpfen.

US-Forscher blicken per Scanner ins Gehirn
© DPA

Hirnforschern aus den Vereinigten Staaten ist eine Entwicklung gelungen, die sich nach Science-Fiction-Film anhört: Die Wissenschafter entwickelten ein computergestütztes Gerät, das zeigen kann, was andere sehen. Ärzte könnten diese Technik vielleicht einmal nutzen, um Hirnschäden bei Schlaganfallpatienten oder Altersschwachsinn zu untersuchen, erklärte US-Forscher Jack Gallant von der kalifornischen Universität Berkeley am Mittwoch. Und Querschnittsgelähmte könnten möglicherweise per Fernbedienung bestimmte Geräte bedienen, indem sie eine Reihe von Bildern vor ihrem geistigen Auge ablaufen ließen.

Sahen sich gegenseitig ins Hirn
Für ihre Entwicklung gingen die Wissenschafter zum Selbstversuch über. Zwei von ihnen ließen per Magnetresonanzverfahren ihre Gehirnströme messen, während sie rund 1.700 verschiedene Bilder ansahen, von Blumen und Bäumen über Pferde bis zu Gebäuden. Der Scanner zeichnete die Aktivität auf, die in den verschiedenen Bereichen des Gehirns entstand. Im Anschluss sahen die beiden Forscher sich 120 neue Bilder an, bei denen die Gehirnströme noch nicht gemessen waren. Mit den Daten, die der Scanner bei den vorigen Bildern gespeichert hatte, und den Daten, die die Wissenschaftler jetzt im Gehirn ihrer Kollegen maßen, suchte der Computer das Bild, das am nächsten herankam. Bei einem der beiden Wissenschaftler sei dies bei 92 Prozent der Bilder genau gelungen, beim anderen bei 72 Prozent.

Scanner misst, was im Gehirn vorgeht
Es sei wie bei einem Zauberer, der einen Zuschauer zufällig eine Karte aus einem Stapel ziehen lasse und dann herausfinden könne, welche Karte es sei, erklärte Gallant. Der Zuschauer ziehe heimlich eine Karte und lasse dann per Scanner messen, was in seinem Gehirn vor sich geht, während er sie anschaue. In den Computer sei zuvor eingespeist worden, was für Gehirnströme bei allen einzelnen Karten aus dem Stapel entstehen. Auf dieser Grundlage suche der Computer nach dem passenden Bild. Die Studie sollte am Donnerstag in der britischen Fachzeitschrift "Nature" erscheinen.




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