05. November 2007 14:07

Sensations-Fund 

Verschollener Komet am Firmament entdeckt

Der "Holmes-Komet" war jahrelange verschollen. Jetzt haben ihn Forscher neu entdeckt.

Verschollener Komet am Firmament entdeckt

Der Nachthimmel hat einen neuen Star. Dabei handelt es sich um gar keinen Stern, sondern um einen Kometen. Erst kürzlich entdeckten Astronomen urplötzlich einen scheinbar neuen Himmelskörper im Sternbild des Perseus, Nachforschungen ergaben, dass es sich um den lange verschollenen Kometen "17P Holmes" handelt. "Der Komet ist vermutlich durch eine plötzliche Ablösung von Materie so hell geworden", erklärte dazu Hermann Mucke vom Astronomischen Büro.

1892 entdeckt
Der Schweifstern wurde 1892 durch den Briten Edwin Holmes entdeckt. Aufgrund starker Helligkeitsschwankungen verschwand er immer wieder von der Bildfläche und galt bis 1964 überhaupt als verschollen. Was die im Kern meist sehr kleinen Kometen überhaupt erst sichtbar macht, ist der Umstand, dass sich bei der Annäherung an die Sonne Staub und Eis aus der Außenschicht des Kometen lösen.

Dieses Material wird dann von der Sonne angestrahlt, im Extremfall sehen wir von der Erde aus einen riesigen Kometenschweif am nächtlichen Himmel. Gibt der Komet gerade keine Materie ab, sehen wir gar nichts. "Bei Holmes dürfte sich plötzlich ein größerer Teil der nur schwach gebundenen Außenschicht gelöst haben", vermutet Mucke. Seit dem 23. Oktober ist der Komet nun "der hellste Nebelfleck" am nächtlichen Himmel. Er ist bei guter Sicht durchaus mit dem freiem Auge als sterngroßes Pünktchen zu sehen. Seine wahren Ausmaße - Experten sprechen von Vollmondgröße - erkennt man mit einem Teleskop oder einem Feldstecher. Ein typischer Kometenschweif ist derzeit allerdings nicht zu beobachten.

Umlaufzeit von sieben Jahren
Holmes hat eine Umlaufzeit von rund sieben Jahren um die Sonne und ist normalerweise nur von versierten Astronomen und mit starken Fernrohren zu sehen. Derzeit ist er etwa in einer Distanz zur Sonne, welche der eineinhalbfachen Distanz Erde-Sonne entspricht. Die Entfernung ist bereits wieder zunehmend, er wird daher voraussichtlich langsam verblassen. Derzeit steht er im Sternbild Pegasus, in den Abendstunden tief im Osten, anschließend zieht er Richtung Zenit.

Wer in der Himmelskunde weniger versiert ist, kann sich etwa an den Volkssternwarten kundige Anleitung holen. Auch bei der "Herbst-Sternbilderschau" im Freiluftplanetarium Sterngarten, Georgenberg in Wien-Mauer vom 9. bis 11. November jeweils ab 18.00 Uhr sind Astronomen und erfahrene Sterngucker beim Finden des Kometen behilflich. Gutes Wetter ist für die Abende Voraussetzung, die Veranstaltung am 11. November findet allerdings auch bei Schlechtwetter und zwar in der benachbarten Wotruba-Kirche statt.




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