04. März 2008 13:19

Studie belegt 

Weniger Herzinfarkte durch Rauchverbot

Eine italienische Studie zeigte, dass ein allgemeines Rauchverbot zu einem starken Rückgang der Herzinfarkte durch Passivrauchen führt.

Weniger Herzinfarkte durch Rauchverbot
© DPA

Nach der Veröffentlichung einer italienischen Studie über eine signifikante Reduktion der akuten Herzinfarkte nach Einführung des gesetzlichen Rauchverbots, schlagen auch österreichische Experten Alarm. Hierzulande sind ebenfalls Herzkreislauferkrankungen mit jährlich rund 32.500 Todesfällen Todesursache Nummer eins. Wegen eines akuten Herzinfarkts müssen jährlich rund 17.000 Betroffene in Spitalsbehandlung, rund 6.000 Menschen sterben jährlich daran.

Bis zu 711 Erkrankte weniger
2006 starben in Österreich 5.969 Menschen nach einem Herzinfarkt, 17.353 Menschen mussten wegen deswegen ins Krankenhaus. Rechnet man die Ergebnisse der italienischen Studie auf Österreich hoch, könnten durch ein gesetzliches Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Räumen wie auch in der Gastronomie die Zahl der Herzinfarkte in der Altersgruppe der 35- bis 64-Jährigen um 711 reduziert werden, heißt es vonseiten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen kann davon ausgegangen werden, dass mindestens weitere 270 Herzinfarkte verhindert werden könnten, davon 192 mit tödlichem Ausgang. Mit einem gesetzlichen Nichtraucherschutz seien jährlich rund 1.000 Herzinfarkte zu verhindern.

Die aktuellen Ergebnisse aus Italien und Frankreich seien ein klarer Beleg dafür, "welchen negativen Einfluss Passivrauchen auf unsere Gesundheit hat und welche einfachen Möglichkeiten der Gesundheitspolitik zur Verfügung stehen, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu setzen", meint der Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie und Vorstand der Univ.-Klinik für Pneumologie am Univ. Klinikum Salzburg, Michael Studnicka.

Starker Rückgang in Italien
Die im Wissenschaftsjournal "Circulation" veröffentlichten Ergebnisse der italienischen Studie weisen eine signifikante Reduktion der akuten Herzinfarkte nach Einführung des gesetzlichen Rauchverbots - und damit Vermeidung von Passivrauchen - in allen öffentlich zugänglichen Räumen nach. In der Altersgruppe der 35- bis 64-Jährigen konnte ein Minus von 11,2 Prozent, in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährige ein Minus von 7,9 Prozent erreicht werden.

Auch eine vor wenigen Tagen herausgegebene Mitteilung des französischen Gesundheitsministeriums wies in dieselbe Richtung: Hier konnte nach Einführung des generellen Rauchverbots in der Gastronomie schon nach sechs Wochen ein Rückgang der akuten Herzinfarkte und Schlaganfälle um 15 Prozent erreicht werden.

"Die Ergebnisse dieser beiden aktuellen Studien unterstreichen die Notwendigkeit, rasch möglich gezielte Maßnahmen zum Schutz der Nichtraucher zu setzen. Die wichtigste: Das gesetzliche Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Räumen, insbesondere in der Gastronomie", meinte Studnicka.




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