10. Februar 2008 12:57

Labor "Columbus" 

Wie weltraumkrank ist der deutsche Astronaut?

Hans Schlegel konnte fast an seinem Weltraum-Spaziergang nicht teilnehmen. Nun ist es klar: Er ist gesund und spaziert ins All.

Wie weltraumkrank ist der deutsche Astronaut?
© AP Photo/NASA,HO

Der deutsche Astronaut Hans Schlegel ist gesund und wird den zweiten Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS an diesem Mittwoch voraussichtlich unternehmen können. "Gestern gab es Messwerte, die zur Vorsicht geraten haben", sagte Andreas Schütz vom Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag. "Heute hat sich herausgestellt, dass er perfekt in Form ist und dem zweiten Weltraumausstieg nichts im Wege steht."

"Spacewalk" verschoben
Am Samstag war der "Weltraumspaziergang" des Deutschen zur Vorbereitung des europäischen Weltraumlabors "Columbus" für das Andocken an die ISS um 24 Stunden verschoben worden, Schlegel wurde durch einen anderen Astronauten ersetzt. Daraufhin wurde spekuliert, Schlegel leide unter der sogenannten Weltraumkrankheit.

Weltraumkrankheit?
Es habe sich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, betonte Schütz. Für den äußerst anstrengenden Außeneinsatz müssten die Astronauten absolut fit sein. Die NASA hatte nicht mitgeteilt, wer von den insgesamt sieben Astronauten, die mit der US-Raumfähre "Atlantis" am Samstag an der ISS angekommen waren, erkrankt sei. Die US-Raumfahrtbehörde, die für die Betreuung der Astronauten zuständig ist, nannte auch keine Einzelheiten über Schlegels Zustand. Die Zeitung "Florida Today" hatte berichtet, Schlegel leide offensichtlich an der Weltraumkrankheit.

Riss am Heck
An Bord der Raumfähre gab es für die NASA die eine odere andere Überraschung. Am Heck des Orbiters wurde ein Riss in einer Isoliermatte entdeckt. Überdies fiel ein Navigationscomputer, von dem es allerdings noch zwei weitere an Bord gibt, wie Space-Shuttle-Flugdirektor Mike Sarafin sagte. Er bezeichnete den Defekt an der Matte als "sehr klein". Es würden zunächst zusätzliche Informationen über den Schaden und sein Ausmaß gesammelt, um über weitere Schritte zu entscheiden. Auch untersuchten die Experten die Ursachen des Computerausfalls.

Shuttles "zerlegen" sich im All
Bereits bei einer "Atlantis"-Mission im Sommer vorigen Jahres hatte sich ein Stück der Isoliermatte am Heck gelöst. Astronauten behoben damals den Schaden bei einem zusätzlichen Außenbordeinsatz.

Labor "Columbus"
"Columbus" ist der wichtigste europäische Beitrag zur Internationalen Raumstation. In dem 880 Millionen Euro teuren Labor sollen zehn Jahre lang wissenschaftliche Versuche in der Schwerelosigkeit stattfinden. Die Raumfähre war am Donnerstag nach zweimonatiger Verspätung zu ihrer Reise zur ISS aufgebrochen. Probleme mit Tanksensoren hatten die NASA-Manager den Start immer wieder verschieben lassen. Insgesamt sind während der Mission drei Außeneinsätze der Besatzung im Weltall geplant.




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