22. April 2008 15:45

Studie zeigt 

Zufall entscheidet über unsere Freundschaften

Zufällige soziale Nähe hat Einfluss darauf, ob sich eine Freundschaft entwickelt oder nicht, wie ein Experiment an der Uni Leipzig zeigte.

Zufall entscheidet über unsere Freundschaften

Bei der Wahl von Freunden kann offenbar der Zufall eine große Rolle spielen. Die Ergebnisse einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Universität Leipzig sprechen dafür, dass zufällige Nähe beim ersten Kennenlernen die langfristigen sozialen Entscheidungen eines Menschen beeinflusst. Bei der Studie mit 54 Psychologiestudenten stellte sich heraus, dass die einmalige und zufällige Sitzposition zum Zeitpunkt des ersten Kennenlernens sich auf die Entwicklung von Freundschaften ausgewirkt hat.

Experiment an der Uni Leipzig
Die Forscher des Instituts für Psychologie II der Leipziger Uni hatten den Studienteilnehmern bei einer Einführungsveranstaltung zu Beginn des Studiums zufällige Sitzplätze zugewiesen. Anschließend waren die Teilnehmer einzeln nach vorne getreten und hatten sich ihren zukünftigen Kommilitonen vorgestellt. Unmittelbar danach mussten die Zuhörer beurteilen, wie sympathisch ihnen der Vorgestellte war und ob sie diese Person gerne näher kennenlernen wollten. Danach rückten die Studenten jeweils einen Platz weiter.

Wahl per Los
Ein Jahr später wurden die Studenten erneut befragt und sollten angeben, wie sehr sie mit ihren Kommilitonen befreundet seien. Dabei zeigte sich, dass Personen, die bei ihrer ersten Begegnung nebeneinander oder auch nur in der gleichen Reihe saßen, nach einem Jahr stärker miteinander befreundet waren. "In gewisser Weise lässt sich die Wahl unserer Freunde also tatsächlich per Los bestimmen", erklärte Mitja Back, einer der Studienleiter. Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Psychological Science" veröffentlicht.




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