China will Touristen erziehen

Benimm-Regeln

China will Touristen erziehen

Nicht immer ist das Verhalten chinesischer Touristen im Ausland vorbildlich. Die Tourismusbehörde des Landes hat deshalb jetzt auf ihrer Website etliche Benimmregeln veröffentlicht. In dem 68-seitigen "Leitfaden für den wohlerzogenen Touristen" wird beispielsweise empfohlen, nicht in der Nase zu bohren. Ebenfalls tabu: Ins Schwimmbad urinieren oder die Rettungsweste aus dem Flugzeug mitgehen lassen.

Nicht schmatzen

Beim Essen sollte nicht geschmatzt und die Suppe nicht direkt aus der Schale geschlürft werden, heißt es in der Anleitung weiter. Außerdem sollen Touristen keine überlangen Sitzungen auf öffentlichen Toiletten abhalten und dort keine Schuhabdrücken hinterlassen.

Empfehlungen

Auch länderspezifische Empfehlungen hält der Leitfaden bereit: In Deutschland etwa dürfe mit den Fingern geschnippt werden, um einen Hund herbeizurufen, aber nicht einen Menschen. In Spanien sollten die Damen Ohrringe tragen, um nicht den Eindruck zu erwecken, nackt zu sein. Und in Japan sollen die chinesischen Besucher bei Tisch nicht an ihrer Kleidung oder ihren Haaren herumfummeln.

Urlaubs-Knigge: Verhaltensregeln für Touristen 1/10
Griechenland Vorsicht bei Handzeichen: Das V-Zeichen z.B. bedeutet in Griechenland so viel wie „Fahr zur Hölle“. In Restaurants ist getrenntes Zahlen der Rechnung unangebracht. Trinkgeld wird nicht erwartet, 5% der Rechnung sind trotzdem zu empfehlen. FKK ist nicht erlaubt, auf den griechischen Inseln wird es aber an einigen Stränden geduldet. Höflicher Umgang, dezente Kleidung und Kontaktfreudigkeit werden in Griechenland als selbstverständlich angesehen.
Ägypten Unbedingt merken: FKK und Oben-Ohne sind strengstens verboten und können hart bestraft werden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist muslimisch, maßvoller Umgang mit Alkohol ist also angebracht. Nicht-Muslime werden gebeten, Moscheen nicht während des Freitagsgebetes zu betreten. Sonst gilt: Schuhe ausziehen, lange Klamotten tragen, Haare hochstecken und respektvoll verhalten. Absolut tabu: Während des Essens Nase putzen sowie essen mit der linken Hand, diese gilt als unrein.
Türkei Höflichkeit, Gastfreundlichkeit und Respekt – das erwarten türkische Gastgeber von Touristen. Moscheen sollten nur mit bedeckender Kleidung aufgesucht werden. Auch sonst empfiehlt es sich, vor allem für Frauen, geschlossene Kleidung zu tragen. Feilschen gehört zur türkischen Kultur und ist Pflicht beim Einkaufen auf Basaren. Aber Vorsicht: Auf den bunten Märkten werden zahlreiche gefälschte Artikel namhafter Hersteller angeboten. Zärtlichkeit sollten auf keinen Fall in der Öffentlichkeit ausgetauscht werden. FKK ist absolut tabu.
Tunesien Ein weiteres beliebtes Urlaubsland, das streng muslimisch ist. Hier gelten dieselben Regeln wie in Ägypten und der Türkei. Vorsicht beim Fotografieren von Menschen: Unbedingt vorher um Erlaubnis fragen. Während des Ramadans sollte aus Respekt auf Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit verzichtet werden. Dies gilt nicht innerhalb der Hotelkomplexe. Kontakt zwischen Männern und Frauen in der Öffentlichkeit ist untersagt. Männliche Reisende sollten es vermeiden, muslimische Frauen in der Öffentlichkeit anzusprechen.
Spanien Reisende sollten in Spanien vor allem eins mitbringen: Geduld. Spanier legen sehr viel Wert auf die Siesta. Viele Geschäfte schließen zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr. In Bars und Restaurants sollte auf keinen Fall eine „Cola“ bestellt werden – das heißt auf Spanisch „Schwanz“. Einfach auf die Nennung des Markennamens ausweichen. Getrennte Rechnungen werden wie in Griechenland auch in spanischen Restaurants nicht gern gesehen. Tipp: Nicht negativ über Stierkämpfe reden, das könnte den Gesprächspartner beleidigen.
Thailand Niemals mit dem Finger auf jemanden zeigen, das gilt als Beleidigung. Außerdem: Buddha-Statuen (und Erwachsenen) nicht die Fußsohle zeigen, Berührungen am Kopf vermeiden und zur Begrüßung nur leicht mit dem Kopf nicken. Direktes Verneinen von Bitten und Anfragen ist unhöflich, hier reicht ein freundliches Lächeln als Antwort. Wie in Ägypten ist die linke Hand unrein, also nur mit rechts essen. In Restaurants nicht getrennt zahlen und rund 10% Trinkgeld geben. Vorsicht beim Gestikulieren: Mit dem Finger auf jemanden zeigen ist eine Beleidigung.
Portugal Portugal ähnelt in vielen Dingen seinem Nachbarland Spanien. Hektik und Unruhe sind absolut unangebracht. Da das Land überwiegend katholisch ist, sollte Kritik am Papst vermieden werden. In Kirchen respektvoll verhalten: Mütze ab, eine kleine Spende geben und keine Fotos machen. Ungern gesehen wird, es wenn Gäste sich unaufgefordert an den Tisch von Fremden setzen. Trinkgeld wird direkt auf dem Tisch liegengelassen. Auf Kupfergeld sollte dabei verzichtet werden. FKK ist in Portugal verboten, meistens wird oben ohne jedoch geduldet.
Malediven Der kleine Inselstaat im Indischen Ozean gilt als das Traumreiseziel schlechthin. In den luxuriösen Hotelanlagen hat man sich gut auf westliche Gäste eingestellt und drückt gerne mal ein Auge zu. Außerhalb der Resorts gibt es strengere Regeln: Im Islam herrscht Alkoholverbot, in der Öffentlichkeit sollte aufs Trinken verzichtet werden. Freitag auf den Malediven ist wie der europäische Sonntag: Geschäfte und öffentliche Einrichtungen haben geschlossen. FKK ist strengstens verboten, freizügige Kleidung gilt als unsittlich. Wichtig: Homosexualität kann strafrechtlich verfolgt werden.
Italien Bella Italia – das Land von Pizza, Pasta und Espresso. Allerdings unterliegt der Kaffeegenuss bestimmten Regeln. Morgens Espresso, zum Frühstück Cappuccino und ab mittags nur noch Espresso. Touristen können natürlich gegen diese Regel verstoßen – werden dafür aber häufig belächelt. Spaghetti sind in Italien eine Vorspeise, danach sollte eine „Secondi piatti“ (Hauptgang) folgen. Italiener legen viel Wert auf ihr Äußeres, Badeklamotten in der Stadt sind unpassend – und können sogar mit Bußgeld geahndet werden. Pluspunkte sammelt man mit überschwänglichem Lob für das tolle Essen, die wertvollen Kulturgütern und… für eigentlich alles.
Dominikanische Republik Urlaub in der Dominkanischen Republik spielt sich meist nur im Hotel und am Strand ab. Sofern der Hotelkomplex jedoch verlassen wird, gelten einige Sicherheitsregeln: Immer wachsam sein, Wertsachen weder zur Schau stellen noch im Auto liegen lassen und verlassene Gegenden meiden. Frauen sollten nach Dunkelheit nicht alleine unterwegs sein. Interessant: Der Umgang mit Messer und Gabel erfordert ein wenig Übung, diese werden genau umgekehrt gehalten.

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