15. März 2010 12:27
Ab Frühjahr 2011 soll "Madame Tussauds" die Massen in den Wiener
Wurstelprater locken. Aber auch in der letzten Saison ohne das
Wachsfigurenkabinett hat der Vergnügungspark, der am Montag die Saison
eröffnet hat, einige Neuerungen zu bieten: Das seit längerem verfolgte Motto
"Wien um 1900" hat im neuen Schweizerhausplatz seine Fortsetzung gefunden.
An diesem Vorplatz des gastronomischen Aushängeschildes hat auch der Turmbau
zum Prater stattgefunden: Ab April lockt hier ein 117 Meter hoher
Kettenflieger im nostalgischen Stil schwindelfreie Gäste.
Schweizerhausplatz
Für den neuen Schweizerhausplatz wurde ein
Teilstück der "Straße des 1. Mai" umgestaltet. Nun präsentiert sich das
Entree des Stelzenbraters als dritter Platz des Vergnügungsareals im
historisierenden "Wien um 1900"-Stil - nach dem Wurstelplatz und dem
Riesenradplatz, zu dessen Vergabemodalitäten demnächst der Bericht der
Staatsanwaltschaft vorliegen dürfte.
Gegen Mitte April soll am Schweizerhausplatz jedenfalls das gigantische,
laut Hinweisschild weltgrößte Kettenkarussell seinen Betrieb aufnehmen, das
sich farblich dem gastronomischen Gegenüber anpasst. Im Schweizerhaus selbst
heißt es seit dem heutigen 15. März wieder "Stelze Marsch": Bei strahlendem
Sommerwetter hatten sich bereits in der Früh zahlreiche Bier- und
Stelzenfreunde eingefunden.
Eisberg und Octopus
Noch einen Monat lassen hingegen einige
weitere Attraktionen auf sich warten: Am 14. April eröffnet der "Eisberg",
bei dem Polarfreunde eine Fahrt durch Eiswelten antreten. Ebenfalls ab April
soll der "Octopus" sein Unwesen treiben und ein Schiff samt Pratergästen 18
Meter in die Höhe heben. Und Anhänger des Breakdance-Fahrgeschäfts wird im
Sommer ein laues Lüftchen um die Nase wehen: Die Betreiber haben eine
kühlende CO2-Anlage installiert.
Dabei sollen so viele Veranstaltungen wie noch nie das Publikum in das
Vergnügungsareal locken, kündigte Praterverbandsgeschäftsführer Alexander
Meyer-Hiestand bei der Präsentation am Montag an. Das Spektrum reicht vom
Osterfest mit Familientag am 4. April über eine Stabhochsprungpräsentation,
vom Erlebnistag mit Polizei, Feuerwehr und Rettung im Juli bis hin zum
Praterrummel Ende August.
Vollständig etablieren will man heuer die Pratercard, mit der nach
Aufbuchung bargeldlos und mit 20 Prozent Ermäßigung bezahlt werden kann. Die
Karte ist seit Februar in allen Trafiken erhältlich. Gerade im Westen des
Landes habe sie eingeschlagen wie eine Bombe, freute sich Meyer-Hiestand.