Rund 50 Tote bei Anschlägen im Irak

Terror ohne Ende

© Reuters

Rund 50 Tote bei Anschlägen im Irak

Bei Terroranschlägen sind am Dienstag im Irak mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Der blutigste Anschlag galt einer Gruppe von Bewerbern für den Polizeidienst in der Provinz Dijala. Augenzeugen berichteten, ein Selbstmordattentäter sei vor der Polizeiwache der Ortschaft Djalula nordöstlich von Bagdad aus einem Auto gesprungen und habe inmitten der Freiwilligen einen Sprengstoffgürtel gezündet. Dann sei auch noch ein Sprengsatz, der in seinem Auto versteckt gewesen sei, detoniert. Die Zahl der Verletzten wurde mit 47 angegeben. Noch Stunden nach dem Anschlag wurden Schwerverletzte in Krankenwagen abtransportiert.

Polizeianwärter sind beliebtes Ziel
Dies war der schwerste Anschlag im Irak seit Wochen. Freiwillige, die sich für den Dienst bei Armee oder Polizei melden, gehören zu den bevorzugten Anschlagszielen der Terroristen im Irak. Die radikal-islamische Organisation Al-Kaida hat wiederholt Polizeianwärter ins Visier genommen, die sie als Kollaborateure der USA und der Regierung in Bagdad betrachtet. Dijala ist eines der letzten Zentren der Al-Kaida und trotz einer Beruhigung der Sicherheitslage in den anderen Teilen des Landes nach wie vor häufig Schauplatz von Attentaten und Gewalt.

Bombe tötet Familie
Andernorts in Dijala starben am Dienstag laut der Agentur Aswat al-Irak vier Mitglieder einer Familie. Ein fünftes Familienmitglied sei verletzt worden, als in der Nähe der Kleinstadt Balad Rus eine Bombe neben dem Auto der Familie detoniert sei, hieß es. Eine Autobombe tötete vor dem Gesundheitsamt der Stadt Tikrit nach Polizeiangaben vier Menschen. Der Anschlag galt nach Einschätzung der Polizei möglicherweise dem Direktor der Behörde, der einer der schiitischen Regierungsparteien angehört. Er war jedoch nicht in dem Gebäude, als die Bombe explodierte.

US-Soldat erschossen
Die US-Armee meldete unterdessen, ein amerikanischer Soldat sei am Montag im Norden Bagdads während einer Patrouille erschossen worden. Am Dienstag nahmen US-Soldaten in Bagdad nach Militärangaben zwei mutmaßliche Angehörige einer Schiiten-Miliz namens Hisbollah-Brigaden gefangen, die angeblich vom Iran unterstützt worden sein sollen.

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