Noch 4 Wochen Sahara-Sommer

Sommer pur

Noch 4 Wochen Sahara-Sommer

Unser Sommermärchen bricht alle Rekorde. Am Samstag knackte Kärnten den Allzeit-Hitze-Rekord. In Dellach im Drautal hatten die Meteorologen 39,9 Grad gemessen. Bisher lag der Hitze-Höchststand bei 39,7 Grad – das ist mittlerweile 30 Jahre her.
Doch heuer schwitzen die Österreicher in sämtlichen Bundesländern bei fast 40 Grad. Auch am Sonntag wurden wieder im ganzen Land annähernd Rekord-Temperaturen erreicht.

Eine Million ging am Wochenende baden
Kein Wunder, dass die Bäder, Seen und Flüsse zurzeit Anlaufstelle Nummer eins sind. „Allein in der Hauptstadt vergnügten sich dieses Wochenende 200.000 Wiener in den städtischen Freibädern“, sagt Martin Kotinsky von der zuständigen MA 44. Österreichweit dürfte es sogar mehr als eine Million Menschen gewesen sein, die am Wochenende ins Wasser sprang.

50 Prozent mehr Sonne als in anderen Sommern
Schon seit Wochen ist der Sommer auf Rekordjagd:

  • Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gab es seit 246 Jahren keinen heißeren Juli.
  • Von Regen keine Spur: In Österreich gingen nur 35 Prozent der üblichen Regenmengen nieder. Es war der trockenste Juli aller Zeiten. l Auch bei Sonnenstunden gab es heuer einen Höchststand – 50 % mehr Sonne.

ÖSTERREICH hatte diesen Rekord-Sommer bereits im Mai vorausgesagt. Klimaforscher Mojib Lativ sagte damals im Interview: „Wir werden im Sommer extreme Temperaturen spüren.“ Der Wetter-Experte hatte sogar Temperaturen über 40 Grad prognostiziert.

Experten prognostizieren weiter sonnigen August
Das ist sogar noch heuer möglich. Laut ORF-Wetterexperte Marcus Wadsak hält die Extrem-Hitze im Osten Österreichs bis Donnerstag an. Werte um, oder sogar über 39 Grad sind dann wieder drin.

Erst ab Freitag gibt es ein wenig Abkühlung. Eine Kaltfront zieht von Westen her über das Land, die Temperaturen sinken auf knapp unter 30 Grad – es bleibt also durchaus sommerlich. Wetterexperten prognostizieren uns aber weiter einen warmen und sonnigen August. Unser Austro-Sommermärchen geht also in die nächste Runde.

Dramatisch: Hitze fordert täglich 14 Menschenleben

Es sind die Schattenseiten des Rekord-Sommers: Temperaturen um die 40 Grad können für viele Menschen lebensgefährlich sein.

„Es kommt zu einer ‚Übersterblichkeit‘. Man kann davon ausgehen, dass derzeit 14 mehr Menschen an chronischen Erkrankungen sterben, als für gewöhnlich“, sagt Sozialmediziner Michael Kunze. Der Grund: „Besonders ältere Menschen unterschätzen die Hitze. Sie haben kein Durstgefühl und trinken zu wenig.“

Kreislaufkollaps, Herzinfarkt, Dehydrierung mit Krämpfen und Hitzeschlag treten häufiger auf – das sind die typischen Hitzekrankheiten. Schätzungen zufolge gibt es jährlich in Europa 25.000 bis 30.000 Hitzetote. Im Sommer 2003 starben in Österreich 600 Menschen wegen der Temperaturen.

Jede Minute passiert ein Sommerunfall
Doch wie die Statistik zeigt, ist der Sommer generell gefährlich: Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) passiert jede Minute ein Freizeit- oder Sportunfall. „Nach unseren Prognosen werden sich in den heurigen Monaten Juli und August rund 102.000 Menschen bei Freizeitunfällen so schwer verletzen, dass sie ins Spital müssen“, sagt Klaus Robatsch vom KFV.

Allein in Österreichs Bergen starben diesen Sommer schon 19 Wanderer – ein weiterer wird noch vermisst.

Hitzebilanz: Mehr als 16 Brände in nur 48 Stunden

Mit der Dauerhitze und dem fehlenden Regen steigt auch die Waldbrandgefahr. Alleine im Juli wurden die Einsatzkräfte in ganz Österreich durchschnittlich zwei Mal pro Tag zu Waldbränden gerufen. Seit Freitagnachmittag gab es mindestens 16 größere Einsätze im ganzen Land:

  • Im Burgenland löschten Freitagmittag 120 Feuerwehrleute einen Flurbrand.
  • Im Gesäuse im Bezirk Liezen (Steiermark) hatte es am Samstag schon zum dritten Mal in dieser Woche gebrannt. Mehrere Hubschrauber waren im Löscheinsatz.
  • Im Gaital (Kärnten) konnten 230 Feuerwehrler nur mit Atemschutzmasken einen Waldbrand löschen.
  • In Oberösterreich gab es sogar zwei große Brände. Beide konnten jedoch am Sonntag gelöscht werden.
Autor: (abs)
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