06. August 2013 06:38

Erderwärmung 

2 Flüge so schädlich wie ein Jahr Autofahren

Forscher berechneten den Einfluss des Reiseverhaltens auf die Erderwärmung.

2 Flüge so schädlich wie ein Jahr Autofahren
© Getty Images

Wissenschafter haben nun anhand des Verkehrsverhaltens von rund 50.000 Haushalten in Deutschland den Einfluss des Reiseverhaltens auf die langfristige Erderwärmung berechnet und sind dabei zu überraschenden Erkenntnissen gekommen: Die durchschnittlich zwei Flugreisen eines Deutschen im Jahr tragen genauso viel zur langfristigen Erwärmung bei wie seine gesamten Autofahrten in diesem Zeitraum. Die Ergebnisse der Deutschen wären leicht auf andere Länder übertragbar, bei einer Befragung in Österreich würde kaum etwas anderes herauskommen, betonten die Wissenschafter.

Luftschadstoffe

In der neuen Studie haben die Wissenschafter am norwegischen Center for International Climate and Environmental Research Oslo (CICERO) und am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien nicht wie üblich nur die CO2-Emissionen berücksichtigt, sondern auch die Auswirkungen von kurzlebigen Luftschadstoffen und Wolken. "Der Effekt von Kondensstreifen und Wolken, die von Flugzeugen induziert werden, ist von besonderer Bedeutung. Die ständige zusätzliche Wolkenbildung führt zu einer etwa doppelt so großen Erwärmung wie der CO2-Effekt“, sagt Borgar Aamaas von CICERO, Erstautor der Untersuchung.

Zudem würden im Flugverkehr Reiseweiten von 1.000 Kilometern und mehr erreicht. In Summe sei daher die langfristige Erwärmung, die durch die durchschnittlich zwei Flugreisen im Jahr verursacht wird, in etwa so groß wie die der gesamten Autofahrten in diesem Zeitraum, betonen die Wissenschafter, die ihre Studie in der Fachzeitschrift Environmental Science & Policy veröffentlicht haben.

Die Befragung zeigte auch das wenig überraschende Ergebnis, dass Personen aus reicheren Haushalten häufiger mit dem Flugzeug verreisen und weitere Strecken zurücklegen. "In der Folge trägt das wohlhabendste Zehntel der Bevölkerung etwa 20 Prozent zur verkehrsbedingten Erwärmung bei. Mit zwei Drittel hat aber die breite Mittelklasse den größten Anteil daran", so Jens Borken-Kleefeld vom IIASA, der auf Anfrage der APA erklärte, dass bei einer Befragung in Österreich ähnliche Ergebnisse zu erwarten wären. Denn sowohl die Fahrleistungen als auch die Einkommensverhältnisse seien ähnlich.
 




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1 Posting
manu69 meint am 10.08.2013 16:38:16 ANTWORTEN >
na dann müssen eben alle zu fuß gehen
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