12. Oktober 2011 09:53

96.000 Tonnen pro Jahr 

Genießbare Lebensmittel landen im Müll

Aktion "Lebensmittel sind kostbar" soll Bewusstsein schärfen.

Genießbare Lebensmittel landen im Müll
© Getty / Laura Lezza

In Österreich landen pro Jahr 96.000 Tonnen genießbarer Lebensmittel im Restmüll. Mit dieser Menge könnte die gesamte Innsbrucker Bevölkerung ein Jahr lang versorgt werden. Weltweit wird rund ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel verschwendet, während zur gleichen Zeit 925 Millionen Menschen Hunger leiden. Darauf machte die ARGE Bäuerinnen bei einer Pressekonferenz anlässlich des Welternährungstages 2011 (16. Oktober) in Wien aufmerksam. Mit der Aktion "Lebensmittel sind kostbar" will man Bewusstsein für dieses Ungleichgewicht schärfen.

Umweltschonend

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln schont laut der ARGE Bäuerinnen nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern auch die eigene Geldtasche. Rund 300 Euro pro Jahr gibt jeder Österreicher für Lebensmittel aus, die dann ungeöffnet entsorgt werden. "Beim Einkauf darf man sich nicht von Lockangeboten zum Kauf von Großmengen verleiten lassen. Viel besser ist es, wenn man auf qualitativ hochwertige Lebensmittel aus Österreich setzt, denn dadurch unterstützt man die heimische Landwirtschaft und leistet damit auch noch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz", betonte Anna Höllerer, Vorsitzende der ARGE Bäuerinnen.

Zu viel eingekauft
Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass sie häufig zu viele Produkte kaufen. Rund sechs bis zwölf Prozent des Restmülls sind entweder angebrochene oder überhaupt originalverpackte Lebensmittel. Ein Umdenken der Bevölkerung ist dringend notwendig. "Daher lautet die Devise, lieber weniger kaufen, dafür qualitativ hochwertige Produkte, die man dann auch tatsächlich verbraucht und nicht wegwirft", sagte Höllerer.

Einkaufszettel hilft

Bereits beim täglichen Einkauf könne jeder Einzelne die Lebensmittel-Verschwendung reduzieren. "Eine einfache Abhilfe ist ein Einkaufszettel. Vor dem Einkaufen notieren, was wirklich gebraucht wird. Wenn man nicht sicher ist, dass die Produkte in nächster Zeit verbraucht werden - Finger weg", erklärte Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Wiener Tafel

Um Maßnahmen gegen die Lebensmittel-Verschwendung zu setzten, unterstützen die bäuerlichen Produzentinnen und Unternehmerinnen auch Initiativen und Vereine, wie etwa die "Wiener Tafel". Der ehrenamtliche Sozialverein sammelt nach eigenen Angaben Warenspenden von Handel und Industrie und versorgt damit 10.000 Armutsbetroffene in über 80 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien.




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