03. Jänner 2011 10:37

Extreme Werte 

Neues Jahr begann mit Rekord-Feinstaubwerten

Jahresgrenzwert laut VCÖ in allen Bundesländern überschritten.

Neues Jahr begann mit Rekord-Feinstaubwerten
© DPA

Mit der Luftqualität in Österreich steht es offenbar nicht zum besten. Wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ)  mitteilte, falle die Feinstaubbilanz 2010 durchwegs negativ aus, die Situation hätte sich "massiv verschlechtert". In sämtlichen Bundesländern sei der Jahresgrenzwert überschritten worden.

Massiv verschlechtert
"So viel Feinstaub wie im Vorjahr war zuletzt 2006 in der Luft. Die Luftqualität hat sich österreichweit im Vorjahr massiv verschlechtert", sagte Martin Blum vom VCÖ. Der - strengere - österreichische Grenzwert (maximal 25 Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung) wurde 2010 bei 71 Messstellen übertroffen. Davon wiederum überschritten 36 Messstellen auch den EU-Grenzwert (maximal 35 Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung).

Wien "Feinstaubhochburg"
Wien war dabei Österreichs "Feinstaubhochburg": Bei der Messstelle Belgradplatz in Favoriten wurde VCÖ-Angaben zufolge an 87 Tagen der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten, bei der Messstelle Rinnböckstraße in Simmering an 70 Tagen. Ebenfalls an 70 Tagen war in Graz (Messstelle Don Bosco) die Belastung zu hoch. Sehr hoch war die Feinstaubbelastung auch in Wiener Neudorf, Leibnitz und Linz.

"Die massive Verschlechterung von Österreichs Luftqualität liegt daran, dass in den Jahren 2008 und 2009 die Wetterbedingungen sehr günstig waren. Feinstaubgrenzwerte müssen aber auch dann eingehalten werden, wenn keine günstigen Wetterbedingungen herrschen", klassifizierte Blum die bisherigen Maßnahmen als "nicht genügend".

Feinstaub macht krank
Österreich drohe deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, was hohe Strafzahlungen zur Folge haben könne. "Eine hohe Feinstaubbelastung macht krank, verkürzt die Lebenserwartung und führt bei Kindern zu Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis", hieß es in der Aussendung. Es habe sich auch in ganz Österreich gezeigt, dass an den verkehrsnahen Messstellen die Feinstaubbelastung deutlich höher gewesen sei als an verkehrsfernen Messstellen, so Blum.

Der VCÖ fordert daher eine Verringerung des Kfz-Verkehrs in den Ballungsräumen. Blum: "Auch Österreich sollte endlich im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung international erfolgreiche und bewährte Maßnahmen, wie City-Mauten und Umweltzonen einführen."




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |