26. September 2011 11:06

"Global Overshoot Day" 

Ökologisches Silvester am 27. September

Das Jahresbudget der Natur ist mehr als drei Monate zu früh aufgebraucht.

Ökologisches Silvester am 27. September
© sxc

Bald ist Silvester. Allerdings einer, der niemandem so recht Freude macht. Denn am 27. September ist das Jahresbudget der Natur aufgebraucht - mehr als drei Monate vor dem 31. Dezember. Soll heißen: Die Menschheit hat an diesem Tag sämtliche Ressourcen beansprucht, die für 2011 zur Verfügung stehen. Mahnende Worte fanden deshalb vor allem die Umweltschutzorganisationen.

"Wir nehmen uns zu viel"
Der "Global Overshoot Day" oder auch Welterschöpfungstag, der heuer auf den 27. September fällt, ruft traditionell die Mahner auf den Plan: "Nicht nur die Banken und Staaten befinden sich in einer Schuldenkrise - die Menschheit als Ganzes hat ein Schuldenproblem. Wir nehmen uns zu viel von der Natur und können es nicht zurückzahlen", warnten WWF, Global 2000, Greenpeace, dem Ökosozialen Forum - und vor allem die Wissenschafter des Global Footprint Network.

"Den Rest des Jahres werden wir heuer von der Substanz zehren und weiter CO2 in der Atmosphäre anreichern. Das ist etwa so, als ob wir unser Jahreseinkommen schon Ende September ausgegeben hätten und nur mehr von den Ersparnissen leben, die unweigerlich zu Ende gehen", erklärte Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Networks.

Ökologischer Fußabdruck
Für die Berechnungen wird die auf der Erde verfügbare Biokapazität - das "Einkommen" aus natürlichen Ressourcen, die sich jedes Jahr erneuern - mit dem ökologischen Fußabdruck, den "Ausgaben" verglichen. Der ökologische Fußabdruck (Footprint) entspricht dem Bedarf an natürlichen Ressourcen, die wir für unseren Lebensstil, für die Produktion von Nahrung, Gütern und für den Ausgleich der CO2-Emissionen beanspruchen.

Die Berechnungen zeigen, dass die CO2 Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger bereits mehr als 50 Prozent zum globalen Fußabdruck beitragen. Seit 1970 hat sich der Anteil des Kohlenstoff-Fußabdrucks damit mehr als verdreifacht und ist das am stärksten steigende Segment des globalen Fußabdrucks. Das von der Wissenschaft geforderte und von der EU angestrebte Ziel von minus 80 bis 95 Prozent CO2 bis zum Jahr 2050 ist auch für die Reduktion des Overshoots ein zentrales Element.

"Der österreichische Overshoot wurde gar schon am 18. Mai erreicht", sage Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint. "Wir leben über die Verhältnisse - nur mehr auf Öko-Pump - und dabei längst gar nicht mehr so gut. Diese Art der Verschuldung ist gefährlicher als jene von Firmen oder Staaten. Schließlich möchte sich niemand den Bankrott der Natur ausmalen."




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