01. Juni 2011 12:47

Der Umwelt zuliebe 

Tierschützer rufen zu Fischverzicht auf

Meeresbiologen fordern radikalen Wechsel in der Fischereipolitik.

Tierschützer rufen zu Fischverzicht auf

Deutsche Umweltschützer und Meeresbiologen fordern einen radikalen Wechsel in der Fischereipolitik. Mit der EU-Fischereireform ab 2013 müssten die Fangmengen an ökologischen Kriterien ausgerichtet werden, forderte Pro Wildlife in München. Die Fischbestände in Europa seien seit Jahrzehnten knapp an der Grenze zwischen überfischt und gefährdet, sagte der Meeresbiologie Rainer Froese von der Universität Kiel. "Die Fischereipolitik in Europa zielt darauf, die Fischbestände nahe am Zusammenbruch zu halten." Dabei böten gesündere Bestände den Fischern sogar bessere Verdienstmöglichkeiten.

Fangquoten
"Bisher verteilte die EU die Fangquoten danach, wie viel die Fischereilobby verlangte - und nicht, wie viel die Meere vertragen", sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife. Doch für die Fischer bedeuteten leergefischte Gewässer mehr Aufwand bei weniger Ertrag. "Bei richtigem Management könnte sich die Bestände erholen und die Gewinne der Fischer vervielfachen", betonte Froese.

Etwa beim Dorsch lägen die Bestände in der östlichen Ostsee bei einem Drittel der Menge, die das UN-Seerechtsübereinkommen von 1994 vorschreibe. Zudem würden die Fische oft gefangen, wenn sie noch sehr klein sein - etwa der Kabeljau, der bis zu 1,5 Meter lang wird, teils mit einer Größe von 30 Zentimetern. "Über 90 Prozent des Kabeljaus in der Nordsee hat keine Chance, sich fortzupflanzen", kritisierte Froese.

Die Reform der gemeinsamen EU-Fischereipolitik, die 2013 in Kraft treten soll, müsse unter anderem Fangquoten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen festlegen. Außerdem müssten strengere Kontrollen erfolgen und schädliche Subventionen beendet werden, verlangten die Organisationen Pro Wildlife, Ocean2012 und Deutsche Umwelthilfe.
 




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