13. Februar 2010 17:35
Im Süden Afghanistans läuft derzeit der größte militärische Einsatz gegen
die Taliban-Krieger seit deren Sturz im Jahr 2001. Ziel der NATO-Soldaten:
Die Einnahme der Stadt Marjah in der südafghanischen Problem-Provinz
Helmand.
(c) TZ ÖSTERREICH
Sie gilt als letzte Hochburg der Taliban (etwa 1.000 Rebellen). Sie
finanzieren hier ihren Krieg gegen den Westen: Denn in dem fruchtbaren
Gebiet rund um den nahe gelegenen Fluss Helmand bauen sie Schlafmohn (Opium)
an.
(c) TZ
ÖSTERREICH
Die NATO griff mit 15.000 Soldaten und 60 Kampfhubschraubern an. Sie sollen
die aufständischen Islamisten endgültig zu Fall bringen, die ankündigten
„bis zum Tode zu kämpfen“.
Seit Samstag 2.00 Uhr früh läuft die Operation Mushtarak ("Gemeinsam“).
Mit dabei Soldaten aus den USA, Kanada, Großbritannien, Dänemark und Estland
gemeinsam mit verbündeten afghanischen Truppen. "Wir werden Marjah
den Taliban wegnehmen“, sagte US-Brigadengeneral Lawrence Nicholson.
Hunde helfen Soldaten: Sie schnüffeln Sprengstoff
Zunächst
war der Widerstand der Islamisten allerdings gering. Der offene Kampf ist
nicht die Sache der Taliban. Besonders heimtückisch: Sie verminten das
gesamte Gebiet rund um die Stadt. Deswegen gingen die NATO-Soldaten mit
Hunden vor, die den Sprengstoff aufspüren sollten. "Es ist
verdammt gefährlich dort“, so der britische Kommandant Matt Bazeley. "Wir
gehen ins Herz der Finsternis.“
Dann der erste Erfolg: 200 NATO-Soldaten konnten in Marjah eindringen. 11
Extremisten wurden getötet. Aus der Stadt heraus hat sich ein langer Strom
von Flüchtlingen gebildet. Die Zivilisten wurden noch vor dem Einmarsch mit
Flugblättern vor dem Ansturm gewarnt.
Der Krieg in Afghanistan ist auch eine große Bewährungsprobe für
US-Präsident Barack Obama. Er hatte die Truppen zuletzt um 30.000 Mann
aufgestockt und möchte bis Sommer 2011 abziehen.
Militärexperten sehen diese Chance nur langfristig: Die Taliban, die sich
während der Militäroperationen als Zivilbürger ausgeben, müssen auch danach
von der Macht ferngehalten werden.
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Bald werden heimische Polizisten ihren Dienst in Afghanistan als
Trainer antreten.
Mitten in das Kriegsgebiet von Afghanistan wird Österreich fünf
Polizei-Ausbildner entsenden. Noch vor dem Sommer sollen sie ihren
Dienst antreten - nach einer mehrwöchigen Spezialausbildung gemeinsam
mit den deutschen Kollegen. Die Bewerbung läuft gerade: "Es
gibt genug Interesse“, so Rudolf Gollia, Sprecher des
Innenministeriums. Die Interessenten müssen eine einschlägige
Ausbildung sowie Englischkenntnisse vorweisen können. In Afghanistan
sollen sie die Polizisten mit europäischen Menschenrechtsstandards
vertraut machen. Sie sind für das "gesamte
Einsatzspektrum“ vorgesehen, so Gollia. Die Ausbildner werden im
Einsatz die höchste Gefahrenzulage bekommen.
Bereits seit 2002 sind drei österreichische Stabsoffiziere in Kabul
stationiert. Ihr Job: Analyse und Planung. Aber: Sie leben isoliert in
einem Hochsicherheits-Camp.
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