20 Tote bei Selbstmord-Anschlag

Afghanistan

20 Tote bei Selbstmord-Anschlag

Die afghanische Regierung hat die Zahl der Todesopfer bei einem Anschlag auf ein Krankenhaus in der östlichen Provinz Logar deutlich nach unten korrigiert. Statt der zunächst angegebenen 60 Menschen, die bei dem Selbstmordattentat gestorben seien, gingen die Behörden nun von mindestens 20 Toten aus, teilte das afghanische Gesundheitsministerium in Kabul am Samstag mit. Demnach wurden "ungefähr 25" weitere Menschen verletzt. Zuvor hatte das Ministerium in einer Erklärung von 120 Verletzten gesprochen.

Das Gesundheitsministerium in Kabul erklärte, das am Samstag in der Provinz Logar verübte Attentat sei "beispiellos in der Geschichte des Konflikts" in dem Land. Die Taliban wiesen eine Verantwortung für den schlimmsten Anschlag in Afghanistan seit drei Jahren zurück.

Als Folge "dieses herzzerreißenden Vorfalls" im sonst ruhigen Bezirk Asra südlich von Kabul hätten 60 Menschen, darunter Kinder und Frauen, ihr Leben verloren, hieß es in der Mitteilung des Gesundheitsministeriums. "Dieser unmenschliche Akt ist beispiellos in der Geschichte des Konflikts in unserem Land und richtete sich gegen einen Ort, wo Wunden geheilt werden und Patienten behandelt werden", kritisierte das Ministerium und bekundete "Abscheu und Hass gegenüber den Tätern".

Krankenhaus komplett zerstört

Das Krankenhaus wurde durch die Explosion vollständig zerstört. Es war das schwerste Attentat in Afghanistan seit Anfang Juli 2008, als mehr als 60 Menschen bei einem Anschlag auf die indische Botschaft in Kabul starben.

Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, das Attentat sei mit einem mit Sprengstoff beladenen Geländewagen verübt worden. Bei den Opfern handle es sich um Patienten des Krankenhauses sowie Mitarbeiter und Besucher. Staatschef Hamid Karzai verurteilte die Tat in einer Erklärung als "grausam und dumm".

Mann verlor sieben Angehörige
Ein Mann, der in der Nähe des Krankenhauses lebt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe bei dem Anschlag sieben Angehörige, darunter zwei Kinder, verloren, die am Morgen ins Krankenhaus gegangen seien. Am Anschlagsort habe er viele Tote und Verletzte gesehen. "Viele von ihnen brannten, sanden in Flammen," berichtete Abdul Rahman.

Taliban verurteilen Anschlag
Die Taliban wiesen jede Verantwortung zurück. "Wir verurteilen diesen Angriff auf ein Krankenhaus", erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid. Wer auch immer dies getan habe, wolle "die Taliban verleumden".

Die Aufständischen verüben oft Anschläge auf die Polizei und andere Behördenmitarbeiter sowie auf ausländische Soldaten. Die meisten Opfer gibt es nach UN-Angaben jedoch in der Zivilbevölkerung. Vergangenes Jahr starben demnach fast 2800 bei Anschlägen und Kämpfen.

Zehn Tote bei Basar-Anschlag
Am Freitag war auf einem Basar im Norden Afghanistans einen Bombenanschlag verübt worden. Die Zahl der Opfer stieg laut Innenministerium mittlerweile auf zehn Tote und 24 Verletzte. Auf dem Basar im Bezirk Khanabad in der Provinz Kunduz war ein an einem Fahrrad befestigter Sprengsatz detoniert. Örtliche Behördenvertreter machten die radikalislamische Taliban für den Anschlag verantwortlich.

Bei einer Konferenz zur Bekämpfung des Terrorismus in Teheran sagte Staatschef Karzai am Samstag, der Terrorismus breite sich "mehr als je zuvor in Afghanistan und seiner Region" aus und bedrohe die Existenz der dortigen Länder. Er unterzeichnete mit seinen Kollegen aus dem Iran und Pakistan eine Vereinbarung, um gemeinsam gegen den Terrorismus vorzugehen.

US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch angekündigt, ab Juli bis Ende des Jahres 10.000 der derzeit rund 99.000 US-Soldaten vom Hindukusch abzuziehen. Bis zum Sommer 2012 sollen insgesamt 33.000 Soldaten heimkehren. Die übrigen ausländischen Soldaten sollen bis 2014 die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen abgeben und abziehen.
 

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