27 vermisste Bergleute in Neuseeland

Grubenexplosion

© EPA

27 vermisste Bergleute in Neuseeland

Nach einer Explosion in einem Kohlebergwerk werden in Neuseeland 27 Kumpel vermisst. Zwei Leichtverletzte konnten sich retten, teilte die Polizei mit. Noch drei weitere Männer seien auf dem Weg in Sicherheit. Das Unglück geschah am Freitag in der abgelegenen Pike-River-Mine nördlich von Greymouth auf der Südinsel Neuseelands.

Hoffnung

  Der Bürgermeister des Ortes sagte Reportern, es könne Tage dauern, bis es für die Retter sicher sei, in die Mine zu gehen. "Wir bleiben voller Hoffnung", sagte er. "Denken wir an Chile, alle Kumpel waren eingeschlossen und alle kamen lebend heraus." Der neuseeländische Ministerpräsident John Key sagte laut Radio New Zealand, es könne sich eine sehr ernste Situation entwickeln.

Ursache unklar

  Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Ein Sprecher des Unternehmens sprach von einer Gasexplosion. Bergbau-Experten mutmaßten, es könne sich um eine Explosion von Methangas oder Kohlenstaub oder einer Kombination aus beidem handeln. Die Rettungskräfte befragten die beiden geretteten Bergleute, um den Hergang des Unglücks zu erfahren. Bei ihnen soll es sich um einen 50-und einen 24-Jährigen handeln.

   Ein Kameramann des Fernsehsenders TVNZ sagte laut der britischen BBC, es sehe aus, als habe es eine große Druckwelle gegeben. Er sprach von verkohlten Bäumen, Rauch und einer zerstörten Hütte.

Keine Toten bestätigt

  Meldungen über einen Toten bestätigte der Chef des Bergwerks nicht. Zu den Männern unter Tage gebe es im Moment keine Verbindung. "Wir wissen nicht, ob sie gefangen sind oder ob sie lieber unter Tage bleiben, um dort Zuflucht zu suchen", erklärte Bergwerks-Leiter Peter Whittall.

   Die Polizei teilte mit, einer der beiden Geretteten sei der Fahrer eines Lasters, der in der Mine gearbeitet hatte und bei dem Unglück ins Bergwerk geschleudert worden war. Ein Elektriker hatte ihn entdeckt, als er die Ursache eines Stromausfalls unter Tage untersuchen wollte.

Belüftung beschädigt?

  Möglicherweise ist die Belüftung von dem Energieausfall beeinträchtigt, teilte die Polizei weiter mit. Eine Sprecherin sagte laut der Zeitung "New Zealand Herald" (online), "sie (die Retter) brennen darauf, in die Mine zu kommen und mit der Suche zu beginnen. Das Warten ist frustrierend." Auch Whittall bestätigte, die Retter könnten erst in die Mine, wenn klar sei, dass die Ventilation ausreiche.

   Er betonte, dass die Vermissten alle Sicherheitsausrüstung und Sauerstoffgeräte bei sich hätten. "Die verschütteten Männer sind etwa zwei bis zweieinhalb Kilometer innerhalb der Mine, aber weil die Bohrungen seitwärts in den Berg gehen, sind sie möglicherweise nur etwa 120 Meter unter der Oberfläche", erklärte der Unternehmenschef weiter. Ein Vertreter der Gewerkschaft sagte Radio New Zealand, Pike River habe gute Sicherheitsstandards. Oberhalb der Mine versammelten sich Angehörige der Bergleute.

   In Chile waren Mitte Oktober nach 69 Tagen Warten und Bangen alle 33 Kumpel aus einer Mine gerettet worden. Sie waren in mehr als 600 Metern Tiefe gefangen gewesen. Nie zuvor hatten Bergleute so lange unter Tage ausharren müssen. Ihre Rettung machte weltweit Schlagzeilen als das "Wunder von San José".
 

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