41 Mio. weniger Arme als 2002

Südamerika

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41 Mio. weniger Arme als 2002

Seit 2002 ist es 41 Millionen Menschen in Lateinamerika gelungen, sich aus der Armut zu befreien. Am stärksten sei der Rückgang der Armut in Argentinien, Venezuela und Peru, wo die Armutsraten um 20 bis 30 Prozent gefallen seien, berichtete die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) am Dienstag an ihrem Sitz in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Immerhin noch um zehn Prozent habe die Armut in Brasilien, Chile, Ecuador und Panama reduziert werden können.

Genereller Trend
"Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass Lateinamerika unmittelbar nach einer Wirtschaftskrise wie der von 2008 und 2009 die Armutsrate drücken konnte", betonte die Generalsekretärin der Cepal, die Mexikanerin Alicia Bárcena. "Es gibt einen generellen Trend zur Reduzierung der Armut mit Ausnahme von Costa Rica", fügte sie hinzu. Der Erfolg sei einer antizyklischen Finanz- und Sozialpolitik zu verdanken.

180 Mio. unterhalb der Armutsgrenze
Gegenwärtig lebten aber immer noch 180 Millionen Menschen des Subkontinents unterhalb der Armutsgrenze. Davon hätten 72 Millionen Menschen nicht einmal genügend Einkommen, um sich ausreichend zu ernähren. Die Länder mit der geringsten Armut sind Argentinien, Chile und Uruguay mit Armutsraten von etwa elf Prozent.

Große Kluft zwischen Arm und Reich

Die meisten Armen gibt es hingegen in Paraguay, Bolivien, Kolumbien, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua, wo in etwa die Hälfte der Menschen in Armut leben. Zugleich warnte die Cepal, dass sich die sozioökonomischen Strukturen in allen Ländern Lateinamerikas, die den Subkontinent zu einer der Weltregionen mit den krassesten Unterschieden zwischen Arm und Reich machen, kaum verändert hätten.

Kaum soziale Aufstiegschancen
So seien die Chancen eines Kindes aus einem wohlhabenden Elternhaus, eine höhere Schulbildung zu erhalten, im Durchschnitt 27 mal größer, als die eines Kindes aus einer armen Familie. "Die Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Überwindung der sich immer wieder selbst erzeugenden Armut", sagte Direktor der Cepal-Abteilung für Soziales, Martín Hopenhayn.

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