65 Millionen Menschen waren 2015 auf der Flucht

Trauriger Rekord

65 Millionen Menschen waren 2015 auf der Flucht

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie im Vorjahr. 65,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene hat es Ende 2015 weltweit gegeben, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Montag in Genf mit. Das sind um 5,8 Millionen Menschen mehr als Ende 2014. Im Zeitraum von fünf Jahren sei ein Anstieg von 50 Prozent verbucht worden.

Die Gesamtzahl von 65,3 Millionen entspricht etwa der Bevölkerung Großbritanniens oder Italiens. "Während im Jahr 2005 durchschnittlich sechs Menschen pro Minute entwurzelt wurden, sind es heute 24 Menschen pro Minute - das sind statistisch zwei Menschen pro Atemzug", hieß es. Als Hauptgrund für den jüngsten Anstieg werden die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien, Afghanistan, Burundi und dem Südsudan angeführt.

Grandi: Probleme kommen zu uns, wenn wir sie nicht lösen

"Die Flüchtlinge und Migranten, die das Mittelmeer überqueren und an den Küsten Europas ankommen bringen die Botschaft mit, dass die Probleme zu uns kommen, wenn wir sie nicht lösen", betonte Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi. "Es ist schmerzhaft, dass die Menschen in den reichen Ländern so lange gebraucht haben, um das zu verstehen", beklagte der UNO-Diplomat.

Laut dem Bericht wurde auch bei den Asylanträgen in den Industriestaaten mit zwei Millionen ein Rekord verbucht. Fast 100.000 davon seien unbegleitete Kinder, eine Verdreifachung im Vergleich zum Jahr 2014. Die meisten Asylanträge - nämlich 441.900 - wurden in Deutschland verzeichnet. Dort sei die Flüchtlingsbevölkerung mit 316.000 Menschen im Vergleich zum Jahr 2014 um 46 Prozent gestiegen. In Europa kommen die meisten Flüchtlinge aus der Ukraine: 593.000.

Türkei nahm die meisten auf: 2,5 Millionen

Laut UNHCR gab es bisherige Höchstzahlen in den Bereichen IDPs (Internally Displaced Persons) und Asylwerber: Die Zahl der Menschen, die im Vorjahr innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht waren, gab die Organisation mit 40,8 Millionen an, die Zahl jener, die auf die Entscheidung ihres Asylantrages warteten mit 3,2 Millionen. Bei den Flüchtlingen waren mit 21,3 Millionen noch nie so viele zu verzeichnen wie seit Anfang der 1990er-Jahre.

Die meisten Flüchtlinge aus dem Ausland hat (in absoluten Zahlen) die Türkei aufgenommen: 2,5 Millionen. Pro Einwohner gerechnet ist der Libanon Spitzenreiter unter den Aufnahmeländern: Auf 1.000 Libanesen kommen 183 Flüchtlinge. Die Zahl der Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückkehren konnten, war dem UNHCR zufolge 2015 "niedrig". Sie betrug trotz einer gewissen Zunahmen gegenüber 2014 201.400.
 

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