Abschiebung Amris 2 Tage vor Anschlag akzeptiert

Tunesien

Abschiebung Amris 2 Tage vor Anschlag akzeptiert

Das tunesische Außenministerium hat die Abschiebung des mutmaßlichen Attentäters von Berlin eigenen Angaben zufolge zwei Tage vor der Tat akzeptiert gehabt. Am Samstag vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hätten die tunesischen Behörden ihr Einverständnis für die Abschiebung Anis Amris in sein Heimatland gegeben, sagte Sprecher Radhouane Ayara der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Zuvor sei seine Identität überprüft und bestätigt worden. Deutsche Sicherheitsbehörden hatten Amri zuvor als "Gefährder" zwar im Blick gehabt. Seine Abschiebung war aber gescheitert, weil er keinen Pass hatte.

"Tunesien hat das Abschiebeverfahren nach diplomatischem Brauch uneingeschränkt eingehalten". Das nordafrikanische Land reagierte damit auf Druck aus Deutschland, Abschiebungen schneller und in größerer Anzahl zuzustimmen.

Petition für Lkw-Fahrer

Unterdessen wurden Rufe nach einer Ehrung des polnischen Lastwagenfahrers Lukasz Urban laut, dessen Fahrzeug Amri in seine Gewalt gebracht hatte. Urban saß während des Anschlags auf dem Beifahrersitz und soll in das Lenkrad gegriffen haben, um die Attacke zu beenden. Der Pole wurde in dem Todes-Lkw erschossen aufgefunden.

Auf der Online-Plattform change.org unterzeichneten bis Montagnachmittag mehr als 32.000 Menschen eine Petition, die das deutsche Bundesverdienstkreuz für Urban fordert. Der Lkw-Fahrer müsse posthum geehrt werden, weil er "sein Leben beim Versuch ließ, einen Terroristen vom Schlimmsten abzuhalten". Mit seinem Handeln habe er vermutlich viele Menschenleben gerettet.
 

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